Binationales Doktoratsprogramm der PH Luzern und der PH Heidelberg

Graduiertenkolleg empirisch-fachdidaktische Forschung & Transfer: Heidelberg-Luzern

Das an den Pädagogischen Hochschulen Luzern und Heidelberg angesiedelte schweizerisch-deutsche Doktoratsprogramm wurde im Jahr 2018 gegründet und führt die beiden Partnerhochschulen in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zusammen. Das binationale Doktoratsprogramm mit Schwerpunkt für Fachdidaktik Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) orientiert sich an der Struktur des gleichnamigen Schweizer Schulfachs in seiner disziplinären und interdisziplinären Form. Der Fachbereich NMG umfasst die vier inhaltlichen Perspektiven Natur und Technik (NT), Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH), Räume, Zeiten, Gesellschaften (RZG) und Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG). 

Das strukturierte Doktoratsprogramm hat zum Ziel, die Doktorierenden in allen Phasen ihrer Dissertation zu unterstützen, ihre Betreuung zu organisieren, ihre Fortschritte zu begleiten und eine Gemeinschaft innerhalb der wissenschaftlichen Domäne der jeweiligen Fachdidaktik zu schaffen. Durch die Kumulation der Forschungsexpertise beider Hochschulen sind neben einer intensiven Betreuung und Beratung vor allem die umfangreichen Weiterbildungsangebote beider Hochschulen zu nennen. Dies wird ermöglicht, indem jeweils ein schweizerisch-deutsches Tandem die Betreuung eines Doktorierenden übernimmt.

 

Forschungsschwerpunkt

MINT-Förderung, Lehr-Lern-Labor, Authentische Kontexte in Naturwissenschaften und Technik

Kurzbeschreibung

Im Rahmen der vorliegenden Dissertationsarbeit Authentische Kontexte für MINT-Lernumgebungen wird das Potenzial von authentischen Kontexten im Bereich von Physik, Technik sowie Informatik zur Förderung affektiver Merkmale wie Interesse, Einstellungen und Fähigkeitsselbstkonzept auf der Ebene der Lehramtsstudierenden (Teilstudie I) und für Schüler*innen der Volksschule mit Schwerpunkt Sekundarstufe I (Teilstudie II) untersucht. In der zweiteiligen Interventionsstudie wurden physikalisch-technische bzw. informatisch-technische Forschungsprojekte einer Fachhochschule als authentische Lernkontexte im Setting des Lehr-Lern-Labors eingesetzt. Die empirische Prüfung der Interventionswirkung in der Teilstudie I erfolgt über ein quantitatives, quasi-experimentelles Setting mit Prä-Inter-Post-Design mit insgesamt N = 167 Lehramtsstudierenden und für die Teilstudie II über ein quantitatives Setting mit Prä-Post-Design mit insgesamt N = 1 156 Schüler*innen vom 5. bis 9. Schuljahr.

Forschungsfragen

F1: Wie wirken sich die Einschätzungen der Kontextmerkmale Alltagsbezug, Besonderheit und Authentizität von Kontexten aus der physikalisch-technischen Forschung auf das situationale Interesse von Lehramtsstudierenden aus? Lassen sich Unterschiede zwischen den Kontexten identifizieren? 

F2: Beeinflusst das Erstellen und praktische Umsetzen einer Unterrichtsminiatur zu physikalisch-technischen Forschungsthemen das individuelle Interesse, die Einstellungen zu Naturwissenschaften und Technik und das physik-bezogene Fähigkeitsselbstkonzept bei Lehramtsstudierenden? Unterscheidet sich die Entwicklung der Interventions- und der Kontrollgruppe über die Zeit signifikant? 

F3: Welche Zusammenhänge lassen sich zwischen den erhobenen Konstrukten aus F2 feststellen? 

F4: Welche Einstellungen haben Schweizer Kinder und Jugendliche gegenüber naturwissenschaftlicher Technik? 

F5: Beeinflussen Kurzinterventionen die Einstellungen gegenüber naturwissenschaftlicher Technik bei Schweizer Kinder und Jugendlichen?

Betreuung

Prof. Dr. Dorothee Brovelli, Prof. Dr. Markus Rehm


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