Campus Horw

 In Horw entsteht in den kommenden Jahren ein neuer gemeinsamer Campus für die Hochschule Luzern – Technik & Architektur und die Pädagogische Hochschule Luzern.

Bedeutung

Mit der Erneuerung und Erweiterung des Campus Horw entwickelt sich das heutige Hochschulareal Schritt für Schritt zu einem modernen Bildungs- und Begegnungsort für die gesamte Zentralschweiz.

Geplant sind neue Räume für Unterricht, Forschung, Werkstätten, Labore und Austausch sowie die Erneuerung bestehender Gebäude. Gleichzeitig entstehen neue Freiräume und Treffpunkte für Studierende, Mitarbeitende und Besucherinnen und Besucher.

Der neue Campus verbindet Lernen, Forschen und Arbeiten an einem gemeinsamen Ort und schafft Raum für die Hochschulen von morgen – mitten in Horw.


Projekt

Der neue Campus Horw

Der Campus Horw wird in den kommenden Jahren umfassend erneuert und erweitert. Das Bauprojekt ist mit prognostizierten Kosten von CHF 568 Mio. das grösste und teuerste in der Geschichte das Kantons Luzern. Die Finanzierung sowie der spätere Betrieb des Campus erfolgen über die Immobilien Campus Luzern-Horw AG, die im Sommer 2026 gegründet wird.

Künftig werden die Hochschule Luzern – Technik & Architektur und die Pädagogische Hochschule Luzern an einem gemeinsamen Standort zusammengeführt. Damit entsteht ein moderner Bildungs- und Arbeitsort für rund 4000 Studierende und 1000 Mitarbeitende.

Der neue Campus verbindet bestehende Gebäude, Neubauten und Freiräume zu einem zusammenhängenden Hochschulstandort. Neben modernen Lern- und Arbeitsräumen entstehen neue Begegnungsorte sowie öffentlich zugängliche Aussenräume.

Die Realisierung erfolgt etappenweise bei laufendem Hochschulbetrieb.


Etappierung

Der neue Campus Horw entsteht schrittweise bei laufendem Hochschulbetrieb. Dadurch bleiben Unterricht, Forschung und Betrieb während der gesamten Bauzeit möglich.

Etappe 1: Neubau Gebäude A, E und Erweiterung Gebäude F

Mit der ersten Etappe entstehen die beiden zentralen Campusgebäude der Pädagogischen Hochschule Luzern (PHLU) und der Hochschule Luzern – Technik & Architektur (HSLU).

Das Gebäude A der PHLU umfasst unter anderem die Campus-Mensa sowie eine kleinere Aula. Im Gebäude E der HSLU entstehen die grosse Campus-Aula und die Bibliothek als zentrale Begegnungs- und Lernorte des neuen Campus.

Gleichzeitig wird das bestehende Gebäude F erweitert. Mit dem Anbau erhält die Forschungshalle der HSLU zusätzliche Flächen für Forschung, Entwicklung und praktische Arbeiten.

Der Bezug der ersten Etappe ist ab 2031 vorgesehen.

Etappe 2: Sanierung Gebäude B, C + D

In der zweiten Etappe werden die bestehenden Gebäude B, C und D umfassend saniert und an die zukünftigen Anforderungen des Campus angepasst.

Neben der Modernisierung der Innenräume werden auch die Fassaden erneuert und die Gebäude teilweise aufgestockt. Dadurch werden die bestehenden Hochschulgebäude schrittweise in den neuen Campus integriert und räumlich weiterentwickelt.

Der Bezug der zweiten Etappe ist ab 2034 vorgesehen.

Etappe 3: Neubau Gebäude H

Mit der dritten Etappe wird der bisherige Trakt IV zurückgebaut und durch den Neubau des Gebäudes H ersetzt. Damit wird die Entwicklung des neuen Campus Horw abgeschlossen.

Im neuen Gebäude entstehen unter anderem das Campus-Café sowie zusätzliche Aufenthalts- und Begegnungsorte. Ergänzt wird die Etappe durch neue Aussenflächen für Sport und Bewegung.

Der Bezug der dritten Etappe ist ab 2036 vorgesehen.

Zeitachse


Architektur und Landschaft

Der neue Campus Horw verbindet bestehende Gebäude, Neubauten und Freiräume zu einem zusammenhängenden Hochschulstandort.

Das Projekt basiert auf dem Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs von Penzel Valier AG. Vorgesehen sind neue Lern-, Arbeits- und Begegnungsorte sowie grosszügige Grün- und Freiräume, die den Campus stärker mit seiner Umgebung verbinden.

Die Architektur folgt dabei einem klaren und flexiblen Grundprinzip: Viele Bereiche des Campus sind so geplant, dass Räume später angepasst, erweitert oder anders genutzt werden können. Dadurch bleibt der Campus langfristig wandelbar und kann sich an zukünftige Anforderungen von Studium, Forschung und Hochschulbetrieb anpassen.

Klare Strukturen, kurze Wege und offene Begegnungsorte schaffen zudem einen Campus, der Orientierung bietet und den Austausch zwischen den verschiedenen Nutzungen fördert


Nachhaltigkeit und Energie

Beim Campus Horw spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle – sowohl beim Bau als auch im späteren Betrieb. Ziel ist ein Campus, der ressourcenschonend gebaut wird, langfristig genutzt werden kann und möglichst wenig Energie verbraucht.

Die Wärme- und Kälteversorgung des Campus erfolgt vollständig mit erneuerbarer Energie auf Basis von Seewasser. Ergänzt wird das Energiekonzept durch grossflächige Photovoltaikanlagen auf den Gebäuden, die einen Teil des benötigten Stroms direkt vor Ort produzieren.

Auch beim Umgang mit bestehenden Gebäuden und Materialien setzt das Projekt auf einen bewussten und ressourcenschonenden Ansatz. Mehrere bestehende Hochschulgebäude werden saniert und weiterentwickelt statt ersetzt. Zusätzlich sollen Materialien und Bauteile direkt auf dem Campus weiterverwendet werden – beispielsweise bei Aussenräumen oder einzelnen Gebäudeteilen.

Die neuen Gebäude werden zudem so geplant, dass sie langfristig flexibel genutzt und später an neue Anforderungen angepasst werden können. Dadurch soll der Campus auch in Zukunft wandelbar und dauerhaft nutzbar bleiben.

Nachhaltigkeit zeigt sich beim Campus Horw aber nicht nur in der Technik, sondern auch in der Gesamtplanung: kurze Wege, kompakte Strukturen, langlebige Materialien und die Verbindung von Neubauten, Bestand und Freiräumen sind zentrale Bestandteile des Projekts.


Zahlen und Fakten

Bauprojekt Campus Horw

  • Hauptnutzfläche von 58’600m²  (u.a. 100 Unterrichtsräume, 48 Labore, 101 Werkstätten, 169 Sitzungszimmer)
  • 100'184m² Geschossfläche, 512`180m³ Gebäudevolumen (entspricht ca. 14 Fussballfelder)
  • 68'033m² Grundstücksfläche
  • 20'081m² Grünflächen (entspricht ca. 2,8 Fussballfelder)
  • für 4000 Studierende und 1000 Mitarbeitende geplant
  • Anzahl Bäume: 402
  • SNBS Bewertungssystem: Gold Note 5.3 (Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz)
  • CO2-neutrale Wärme- & Kälteversorgung mit Seewasser
  • Photovoltaik Produktion 1650 MWh (ca. 650 Haushalte)

Campus-Areal und Umgebung

Das Areal zwischen der Bahnlinie im Osten und der Technikumstrasse im Westen fällt in Richtung Osten ab und ist terrassiert in drei Ebenen gegliedert. 

  • Die Ebene 0 die an die Bahnlinie grenzt ist funktional wichtig für den Verkehr und die Forschungsflächen. Sie erfordert viele versiegelte Flächen. 
  • Die Ebene 2 ist ein öffentlicher Park, der als Verbindung zwischen dem Campus und der Wohnbebauung dient. Der Park ist landschaftlich gestaltet und offen für verschiedene Nutzungen. Westlich der Mensa bildet die Campusarena den Auftakt des Parks; entlang der Wegfigur sind ausgewiesene Möglichkeitsräume für Sport, Kunst, Ausstellungen und Feste angeordnet. Der Campus-Park umfasst den ganzen Campus und verbindet landschaftlich alle drei Ebenen.

Mobilität

  • Der Campus Horw ist neben der Technikumstrasse für den Individualverkehr auch für Fussgänger und Velofahrende gut erschlossen. 
  • Hauptzugang für den Fuss- und Veloverkehr ist der Brüniweg vom Bahnhof Horw, der als Hochschulpromenade gestaltet wird. 
  • Weitere Bushaltestellen befinden sich an der Technikumstrasse, die ebenso für den Veloverkehr genutzt wird. 
  • Auf dem Areal werden 1200 Veloabstellplätze zur Vefügung gestellt, und das Gebäude E verfügt über eine Tiefgarage.

Nutzungsverteilung

  • Künftig werden auf dem Campus neben der Hochschule Luzern auch die PH Luzern sowie Drittnutzungen vorzufinden sein.
  • Sowohl die PH Luzern als auch die HSLU erhalten mit dem Gebäude A respektive Gebäude E einen Neubau im Norden bzw. im Süden des bestehenden Areals.
  • Die drei Bestandesbauten mit der Aufstockung werden von den drei Nutzungen geteilt. Gemeinsame Nutzungen wie Gastronomieangebote, die Bibliothek, der Sport und die drei Aulen sind gleichmässig über den Campus verteilt und sorgen für eine Nutzungsdurchmischung sowie identitätsstiftende Orte.

Konstruktion

  • Die Decken werden von Stützen und den Betonkernen getragen. Spezielle Hohlräume in den Decken reduzieren das Gewicht und sparen Material. Die Kombination aus Beton und Holz sorgt dafür, dass die Gebäude stabil, langlebig und gleichzeitig leichter gebaut werden können. Zudem erfüllt diese Bauweise hohe Anforderungen an Brandschutz und Akustik.
  • Auch die bestehenden Gebäude B, C und D greifen dieses Prinzip auf. Dort erscheint die Holzkonstruktion vor allem in der Fassade, bei Balkonen und Brüstungen. Dadurch wird sichtbar, wie bestehende und neue Gebäudeteile zusammengehören. Beim Forschungsgebäude F ergänzt ein neuer Anbau die bestehende Stahlhalle und führt das gleiche Konstruktionsprinzip weiter.
  • Die verwendeten Materialien bleiben bewusst sichtbar: Beton, vorgefertigte Betonelemente und Holz prägen das Erscheinungsbild. Dabei kommen ressourcenschonende Betonarten mit Recyclinganteilen sowie vorfabrizierte Holzelemente zum Einsatz. So verbindet das Projekt Nachhaltigkeit, effiziente Konstruktion und eine klare architektonische Gestaltung.

Tiefbau

  • Die Baugrundverhältnisse am Campus Horw sind geologisch anspruchsvoll, geprägt von lockeren bis weichen Überschwemmungsablagerungen und variierenden Grundwasserschichten. 
  • Fester Fels steht erst in rund 240 m Tiefe an, was eine Tiefgründung erforderlich macht. 
  • Zur Sicherung der Tragfähigkeit werden Vollverdränger-Pfähle eingesetzt, die den Baugrund verdichten. Die Pfähle haben einen Durchmesser von ca. 600 mm, eine Länge von bis zu 40 m. Es sind insgesamt 780 neue Pfähle vorgesehen. Diese Massnahmen sichern die Stabilität des Bauwerks unter schwierigen geotechnischen Bedingungen.

Gebäudetechnik

  • Die Gebäudetechnik ist integraler Bestandteil des architektonischen Systems. Sie folgt der gleichen modularen Logik wie das Tragwerk und die Raumstruktur und ist von Beginn an in die Entwurfsidee eingebunden. Statt verdeckt zu funktionieren, wird sie Teil des architektonischen Ausdrucks: sichtbar, nachvollziehbar, präzise geführt.
  • Die technische Infrastruktur ist entlang definierter Zonen organisiert: vertikale Kerne bündeln die Hauptleitungen, horizontale Verteilung verlaufen in einem klaren Rhythmus über die gesamte Gebäudetiefe. Dieses Prinzip gewährleistet kurze Wege, einfache Wartung und hohe Anpassungsfähig-keit bei künftigen Nutzungsänderungen.
  • Energieeffizienz und Nachhaltigkeit entstehen nicht durch einzelne Geräte, sondern durch das Zusammenspiel von Systemen: Lüftung, Heizung, Kühlung und Beleuchtung sind aufeinander abgestimmt und reagieren dynamisch auf den Betrieb. Die Technik dient dem Raum, nicht umgekehrt: sie schafft Komfort, ohne die räumliche Klarheit zu stören.
  • So wird Gebäudetechnik zu einem stillen, aber wesentlichen Teil der architektonischen Haltung: präzise integriert, robust im Betrieb und offen für die Zukunft.
  • Die Gebäudestruktur mit ihrer Hybridbauweise in Holz und Beton ist Teil des sichtbaren haustechnischen Konzepts.
  • Beheizt / gekühlt wird nur der Holzbau an der Fassade
  • Der Betonkern braucht keine aktive Heizung / Kühlung, die Speichermasse stabilisiert die Temperaturen und senkt den Kühlbedarf
  • Die Gebäudetechnik ist integriert in die konstruktive Struktur
  • Die sichtbare Haustechnik in den Gebäuden dient als Reallabor zum täglichen Erleben für Studierende, Mitarbeitende und Besuchende

Historie


Kontakt

Verwaltungsdirektor
Adrian Kuoni
Betriebsökonom HWV
Pfistergasse 20
6003 Luzern
adrian.kuoni@phlu.ch
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