Schwerpunkt Unterricht zu globalen Themen (Global Issues Teaching)

Soziale Unruhen, Diktaturen, soziale Netzwerke, Klimawandel: Das sind Begriffe, die Kinder nennen, wenn sie nach globalen Themen gefragt werden.

Wie können wir Schülerinnen und Schülern diese komplexe, ambivalente und oft verwirrende «Welt der Erwachsenen» näher bringen und ihnen positive Zukunftsszenarien vermitteln? Das 21. Jahrhundert als Jahrhundert globaler Krisen (Finanzkrisen, Klimakrise, Pandemien, wachsende Ungleichheiten etc.), als Anthropozän und als Epoche, in der das Menschsein infolge Roboterisierung und das Überschreiten von Reproduktionsgrenzen (z.B. Chimären-Embryonen) neu gedacht werden muss, verlangt nach veränderten Mustern im Umgang mit diesen dynamischen Realitäten. Als ‘Politik der Resilienz’ (Andreas Reckwitz) wird beispielsweise der Umgang mit ‘Unkontrollierbarkeit’ (ibid.) bezeichnet, die nach Einschätzung von Expertinnen und Experten unser weiteres Leben bestimmen wird. Welche Zugänge braucht es, um in der Schule diesen Spezifika des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden? Sind die vorherrschenden, kognitiv-linearen Denkmuster und Wissensbestände noch angemessen? Wie können wir neue Theorien wie ‘Neuer Materialismus’, Posthumanismus und Post-Anthropozentrismus nutzen, um den Anforderungen an ein Leben in ‘Unkontrollierbarkeit’ gerecht zu werden? Wie können wir die globale Dimension dieser Themen den Anforderungen entsprechend erfassen und erfahrbar machen? Diese Fragen stehen im Zentrum der Arbeit des Schwerpunkts Global Issues Teaching.

Global Issues Teaching trägt der Komplexität, der Dynamik und der rhizomatischen und destratifizierten Charakteristik globaler Phänomene Rechnung. Aufbauend auf die oben genannten neuen Theorien sowie auf Ansätzen aus der Kunst, der Philosophie, der Soziologie und der Geografie entwickeln wir neue Lehr- und Lernformen, die neue Denkweisen (Stichwort ‘nomad thinking’, ‘intensive thinking’), kreative, parallelstrukturierte Lernprozesse (Stichwort Topologien), und neue methodische Zugänge (Stichwort Cartographies, Figurations, Matrixes) zu globalen Themen ermöglichen.

Sich mit globalen Themen zu befassen, bedeutet immer auch sich mit globalen Beziehungen und der entsprechenden eignen Verbindungen bewusst zu werden. Deshalb setzen wir Umsetzungsschwerpunkte nicht nur im hiesigen Bildungssystem, sondern auch im Rahmen internationaler Bildungsprojekte. Dort entwickeln wir in transdisziplinärer Zusammenarbeit mit Schulen, der Wissenschaft sowie Praktikerinnen und Praktikern des sogenannten Globalen Nordens und Südens gemeinsam globale Themen und entsprechende Unterrichtsmaterialien.


Kontakt

Carmen Estermann
Doktorandin SNF
Sentimatt 1
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carmen.estermann@phlu.ch
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Armin Rempfler
Prof. Dr. phil.
Fachleiter Geografie
Frohburgstrasse 3
6002 Luzern
armin.rempfler@phlu.ch
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Stefanie Rinaldi
Prof. Dr. phil.; LL.M.
Dozentin
Sentimatt 1
6003 Luzern
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Fabio Schmid
Doktorand SNF
Sentimatt 1
6003 Luzern
fabio.schmid@phlu.ch
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