«Umgang mit Diversität in Schule und Hochschule»

Der konstruktive Umgang mit Diversität zählt zu den Grundkompetenzen von Lehrpersonen. Das Prorektorat Ausbildung und die Stabstelle Chancengerechtigkeit unterstützen und begleiten daher im Rahmen des Aktionsplans der PH Luzern gemeinsam Projekte und organisieren Weiterbildungen zum «Umgang mit Diversität in Schule und Hochschule».

Übersicht

Der «Umgang mit Diversität» ist Strategieschwerpunkt der PH Luzern und auch in der Diversity Policy sowie dem «Aktionsplan Chancengleichheit 2017–2020» fest verankert. Im Herbst haben das Prorektorat Ausbildung und die Stabstelle Chancengerechtigkeit gemeinsam das Projekt «Umgang mit Diversität in Schule und Hochschule» lanciert.

Einerseits umfasst dies eine Ausschreibung für innovative Projekte in Lehre und Ausbildung. Andererseits werden mit Unterstützung des «Aktionsplans Chancengleichheit» Weiterbildungen für Hochschulangehörige angeboten.


Innovative Projekte in Lehre und Ausbildung

Im Rahmen der Projektausschreibung «Umgang mit Diversität in Schule und Hochschule» wurden Projekte gesucht, die Aspekte der Themenbereiche Diversität, Nichtdiskriminierung und Chancengerechtigkeit in Lehre und Ausbildung integrieren und/oder vertiefen und Impulse zur Weiterentwicklung des Strategieschwerpunkts «Diversität» setzen.

Im Dezember 2018 hat die Projektkommission aus acht Eingaben fünf Projekte gewählt, die 2019 erarbeitet und umgesetzt werden können.

Das Projekt soll einen Beitrag leisten, Studierende für Gendergerechtigkeit zu sensibilisieren und sie zu befähigen, einen gendergerechten Natur- und Technikunterricht durchzuführen. Auf Basis bestehender Empfehlungen (in Hinblick auf Interaktionsformen, Kontexte, Auswahl von Inhalten etc.) wird eine für Studierende handhabbare Checkliste mit Kriterien für gendergerechten Unterricht – primär aber nicht ausschliesslich für das Fach Naturwissenschaften – zusammengestellt.

Die Liste wird von Fachpersonen aus den Bildungs- und Sozialwissenschaften begutachtet und ergänzt sowie in verschiedenen Modulen des Naturwissenschaftsstudiums eingesetzt, um mit Studierenden Unterrichtsmaterialien, Methoden und Interaktionen in Hinblick auf Gendergerechtigkeit zu analysieren.

Die Diversität von PH-Studierenden soll im Rahmen einer Ausstellung über Videoportraits sichtbar gemacht, Ausgrenzung und Zugehörigkeit in ihrer Verschränkung mit Gender, sozialer und/oder kultureller Herkunft, körperlichen Beeinträchtigung, Machtverhältnissen und Diskriminierung aufgezeigt werden. Diversität soll dabei als gesellschaftlicher Fakt gezeigt, die in der Intersektionalität sichtbaren gesellschaftlichen Machtverhältnisse und Diskriminierungen, respektive Privilegierungen erfahrbar gemacht werden.

Im Rahmen des Projekts soll das Konzept einer Ausstellung entwickelt werden, die das Verständnis von Diversität an der PH-Luzern thematisiert und somit Auskunft darüber gibt: wer sind wir? In einer ersten Phase geht es zunächst um die mögliche Verankerung der Ausstellung und deren Entwicklung in bestehenden Strukturen und Angeboten der PH Luzern.

Die Fachleitungen der Bildungs- und Sozialwissenschaften (BW) haben gemeinsam mit den Thementeamleitenden verschiedene Kernthemen der Bildungs- und Sozialwissenschaften definiert, die systematisch curricular in verschiedenen Modulen im Hauptstudium wieder aufgegriffen werden sollen.

Ab Herbst 20 stehen die Leitenden der BW-Thementeams als Fachexperten und -expertinnen für Coachings und interne Weiterbildungen zu den Kernthemen zur Verfügung. Im Projekt sollen die Verbindungslinien zwischen den Kernthemen am Beispiel «Diversität» aufgezeigt und Möglichkeiten einer mehrperspektivischen und integrierten Bearbeitung der Kernthemen erarbeitet werden. Exemplarisch werden Situationen konstruiert und ein Instrument entwickelt, das systematisch zur Perspektivenvielfalt einlädt und dabei konsequent die Kernthemen – und Diversität – berücksichtigt.

«Diversität» wurde im Bildnerischen Gestalten in den letzten Jahren in der Ringvorlesung vornehmlich theoretisch thematisiert. Im Rahmen des Projekts werden nun Inhalte der Vorlesung konkret und handlungsbasiert im Kontext des Modulanlasses «Menschenbilder, das Eigene und das Fremde» erarbeitet und vertieft. Fragen zu Diversität werden über Recherchen in Kunst und Lebensalltag bildnerisch erprobt und in den theoretischen Zusammenhang gestellt.

Anhand von Sammlungen und Beispiel aus Kunst und Alltag (jugendkulturelle Bildwelten) werden Fragen zur Differenzierung in der Rezeption und Bildgestaltung im transkulturellen Kontext thematisiert und die eurozentrische Perspektive/Falle reflektiert. Im Fokus steht die Fragestellung wie der Fachunterricht «Bildnerisches Gestalten» zur Reflektion von Stereotypen und impliziten Vorurteilen anregen und einen Perspektivenwechsel bewirken kann.

Im Rahmen des Projekts wird ein Unterrichts-Setting für Studierende des Mentorats im Grundjahr konzipiert und ein Grundlagentext zum theater-/spielpädagogischen Umgang mit Diversität erarbeitet. Durch praktisch erprobende, theaterästhetische Spielformen sollen Studierende durch individuelle sowie gemeinschaftliche Erfahrungen für die persönlichen Diversitätsverständnisse sensibilisiert werden.

Durch das Befragen und Erleben von Diversität setzen sich die Studierenden in direkter Weise mit Beziehungsstrukturen und Hierarchieverhältnissen auseinander und begünstigen eine Erweiterung der Professionskompetenz «Beziehungskompetenz». Neben dem Erfahren der verschiedenen Dimensionen von Diversität im Spannungsfeld von Potential und Defizit steht das Thematisieren von Kategorisierung und Entkategorisierung im Fokus.

Ausschreibungsdetails

  • neue Impulse für die Lehre und Ausbildung in den Bereichen Diversität, Chancengerechtigkeit, Nichtdiskriminierung setzen (Studieninhalt & Vermittlungsebene).
  • Themen rund um Diversität, Chancengerechtigkeit und Nicht-Diskriminierung in Fächern bearbeiten, in denen die Thematik bisher noch wenig berücksichtigt wurde.
  • konkrete Dimensionen der Diversität und konkrete Aspekte im Umgang mit Diversität (Gender, Alter, Migration/ethno-nationale und/oder soziale Herkunft u.a.) bearbeiten, die in den Lehrangeboten bislang nur wenig berücksichtigt sind oder (noch) nicht bearbeitet werden.
  • Bezug auf die strategischen Ziele der Ausbildung, der Hochschule und/oder den Aktionsplan der PH Luzern nehmen.
  • Aspekte der Intersektionalität berücksichtigen.
  • interdisziplinär und/oder fächerübergreifend wirken.
  • die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen und den Bildungs- und Sozialwissenschaften stärken.

Beispiele

  • die Erarbeitung/Ergänzung von Literaturlisten in Hinblick auf konkrete Aspekte und/oder Dimensionen der Diversität.
  • Erarbeitung «diversitätssensibler» Fallvignetten und/oder Unterrichts-/Übungsmaterialien (gerne auch fächer- und/oder stufenübergreifend).
  • Skizzen/Konzepte für integrative Lehrformen an der PH Luzern unter Berücksichtigung der Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung (inkl. Umsetzung).
  • neue Formen von Anerkennung und Unterstützung für «Sur-Dossier»-Studierende oder Quereinsteiger/-innen.
  • helfen, reguläre Lehrveranstaltungen auf Diversität hin zu ergänzen und/oder mit einer entsprechenden Vertiefung zu Innovationsprojekten in der Lehre (auch in Hinblick auf die kommende Studienplanreform) weiterzuentwickeln.
  • die Fachbereiche und Fächer unterstützen, sich für die Lehre «im Kontext der Diversität» fit zu machen und den Umgang mit Diversität als Querschnittsthema an der PH Luzern zu verankern.
  • die Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Dozierenden stärken, welche zu Themen der Diversität, Chancengerechtigkeit und Nichtdiskriminierung arbeiten und/oder diese Themen verstärkt berücksichtigen möchten.
  • Die Sichtbarkeit der Auseinandersetzung mit Themen rund um Diversität, Chancengerechtigkeit und Nichtdiskriminierung an der PH erhöhen.

Aktuelle Projektlaufzeit

  • Information über Aufnahme ins Programm: Ende November 2018
  • Projektstart: Dezember 2018
  • Projektlaufzeit:
    • 1. Phase: Dezember 2018 – Oktober 2019
    • 2. Phase: Oktober 2019 – Juni 2020

Bis zu 5 ausgewählte Projekte werden während der 1. Projektphase mit bis zu CHF 2'000.– unterstützt. Eine Verlängerung für eine 2. Projektphase ist möglich.

Während der Projektlaufzeit finden Austausch- und Vernetzungsanlässe statt; die Präsentation der Projekte & Ergebnisse ist für das Plenum im Januar 2020 vorgesehen (Form wird noch definiert).

Über die Auswahl entschied die Projektkommission (Strategiegruppe Heterogenität AB: Lucia Amberg, Michael Fuchs, Elke-N. Kappus & Gabriel Sturny auf der Grundlage & ST Chancengleichheit: Elke-Nicole Kappus) auf Basis folgender inhaltlicher und formeller Auswahlkriterien:


 Weiterbildung und Veranstaltung

Im Rahmen des «Aktionsplans Chancengleichheit» organisiert die Stabstelle Chancengerechtigkeit  Weiterbildungen und Veranstaltungen zum Themenfeld «Umgang mit Diversität in Schule und Hochschule». Die Veranstaltungen sind, wenn nicht anders vermerkt, für die Mitarbeitenden der PH Luzern kostenlos.

Am 8. Januar findet das Ausbildungsplenum zum Thema «Diversität, Inklusion und Chancengerechtigkeit» statt.

Workshop: Diversitätsgerechte Hochschullehre als Beitrag zur Hochschulentwicklung

  • Wann: Dienstag, 29. Oktober 2019, 8.30–11.30 Uhr
  • Wo: Uni/PH-Gebäude, Hörsaal 6
  • Referentin und Referent: Nicole Auferkorte-Michaelis (Uni Duisburg) und Frank Linde (TH Köln)
  • Zielgruppe: Studiengangs- und Fachleitende, Modulkoordinatoren und- Koordinatorinnen, Dozierende der Aus- und Weiterbildung der PH Luzern.
  • Der Workshop baut auf die Grundlagen auf, die in der Veranstaltung vom 28. Oktober 2019 vermittelt werden. Ein Besuch der Abendveranstaltung ist daher wünschenswert. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
  • Anmeldung: bis Freitag, 17. Oktober 2019

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Hochschuldidaktik der Pädagogischen Hochschule Luzern statt.

Diversitätsansätze, -strategien- und -management spielen in der Hochschulentwicklung eine zunehmend grosse Rolle; der Ruf nach einer «diversitätsgerechten Lehre» für eine «diverse Studierendenschaft» findet zunehmend Gehör. Ausgehend von der Suche nach dem «Kern» diversitätsgerechter Lehre geht die Veranstaltung folgenden Fragen nach:

  • Welche strukturellen Gegebenheiten und Massnahmen unterstützen bzw. behindern «diversitätsgerechte Lehre» im Allgemeinen und im Besonderen an Pädagogischen Hochschulen?
  • Wie lässt sich «diversitätsgerechte Lehre» im Kontext der Lehrfreiheit von Dozierenden implementieren und umsetzen?
  • Wie kann «diversitätsgerechte Lehre» über den Seminarraum/Vorlesungssaal hinaus wirken? Welche Rolle kann sie für eine «diversitätsgerechte Hochschulentwicklung» einnehmen?

Die Veranstaltung baut auf das Vorabendprogramm «Diversitätsgerechte Hochschullehre: Konzepte - Beispiele – Implikationen» auf. Eine Teilnahme ist nicht obligatorisch, jedoch erwünscht.

  • 8.30 Uhr: Begrüssung Elke-Nicole Kappus, Pädagogische Hochschule Luzern
  • Anschluss: Diversitätsgerechte Hochschullehre als Beitrag zur Hochschulentwicklung, Dr. Nicole Auferkorte-Michaelis & Prof. Dr. Frank Linde
  • Input
  • Diskussion
  • Transfer
  • 11.30 Uhr: Abschluss

Vortrag: Diversitätsgerechte Hochschullehre. Konzepte und Anregungen aus der Didaktik

  • Wann: Montag, 28. Oktober 2019, 17.15–18.45 Uhr
  • Wo: Uni/PH-Gebäude, Hörsaal 6
  • Referentin und Referent: Nicole Auferkorte-Michaelis (Uni Duisburg) und Frank Linde (TH Köln)
  • Zielgruppe: Dozierende der Aus- und Weiterbildung aller Hochschulen sowie alle Interessierten
    Anmeldung: bis Donnerstag, 17. Oktober 2019 
  • Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir die Teilnehmenden zum Apéro ein.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Hochschuldidaktik der Pädagogischen Hochschule Luzern statt.

Sportworkshop – Chancen und Möglichkeiten für mehr Integration und Inklusion

  • Wann:  Dienstag, 16. April 2019, 18.00–19.30 Uhr - Die Veranstaltung wurde wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt. 
  • Anmeldeschluss: Dienstag, 9. April 2019

Ein Workshop zum Thema Sport mit einer Behinderung und den Weg zu mehr Inklusion. Nach einer kurzen Einführung haben Sie die Möglichkeit, sich durch Selbsterfahrung in die Situation eines Sportlers mit einer Behinderung hineinzuversetzen und die Chancen und Herausforderungen, die damit verbunden sind einmal zu erleben.

Der Workshop wird begleitet von einem Paralympic-Athleten, der Ihnen einen Einblick in seine Welt des Sports mit einer Behinderung gewährt. Lassen Sie sich überraschen, wie viele Chancen und Möglichkeiten es für den gemeinsamen Sport gibt.

Der Workshop wird durch die Universität Luzern organisiert.

Anmeldung und weitere Informationen folgen.

Workshop: Sprachsensibel lehren lernen – so planen und gestalten Dozierende sprachbildenden Unterricht

  • Wann: Donnerstag, 11. April 2019, 8.30–11.30 Uhr
  • Anmeldeschluss: Donnerstag, 21. März 2019
  • Wo: Uni/PH-Gebäude
  • Zielgruppe: Workshop für Dozierende der Aus- und Weiterbildung und alle interessierten Mitarbeitenden der PH Luzern
  • Referent: Prof. Josef Leisen

Fachlernen und Sprachlernen sind in allen Fächern eng miteinander verknüpft. Die Sprachbildung –  also das Lernen der Bildungssprache – ist deshalb eine zentrale Aufgabe jeden Unterrichts. Aber wie lernen angehende Lehrkräfte sprachbildend und sprachsensibel zu unterrichten?

Dazu brauchen sie Beispiele, die zeigen, wie es geht; Wissen darüber, warum es geht; Empfehlungen dazu, wie man es angeht sowie Zeit und Unterstützung in der Arbeit, damit es geht. Ausbildungsveranstaltungen müssen entsprechend geplant, gestaltet und durchgeführt werden. Wie das durch Dozierende umgesetzt werden kann, zeigt Prof. Josef Leisen im Workshop an Praxisbeispielen und Ausbildungsaufgaben verschiedener Studiengänge. 

Vortrag: Sprachsensibler (Fach-)Unterricht in heterogenen Lerngruppen – Wie geht das?

  • Wann: Mittwoch, 10. April 2019, 18.00–19.30 Uhr
  • Anmeldeschluss: Donnerstag, 21. März 2019
  • Wo: Uni/PH-Gebäude
  • Zielgruppe: Öffentliche Abendveranstaltung/Vorlesung. Der Vortrag richtet sich an Lehrer/-innen und Dozierende aller Stufen und Fächer.
  • Referent: Prof. Josef Leisen

Lernen erfolgt mit und durch Sprache - in allen Fächern. Lehrpersonen aller Stufen und Fächer sind daher aufgefordert, sprachsensibel zu unterrichten und sprachaufmerksam zu agieren. Prof. Dr. Josef Leisen informiert über sprachsensible Unterrichtsmethoden und zeigt, wie das Prinzip des sprachsensiblen Unterrichts in heterogenen Lerngruppen umgesetzt werden kann. 

Wer schwimmen lernen will, muss ins Schwimmbad, wer Bildungssprache lernen will, muss ins bildungssprachliche Sprachbad. Der sprachsensible Unterricht schafft passende Sprachbäder für die Sprachbildung unter den Bedingungen sprachlicher Heterogenität. Heterogene Lerngruppen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Statt nach unten zu homogenisieren, sollte Unterricht bestrebt sein nach oben hin zu heterogenisieren. Alle sollen auf individuell hohem Niveau besser werden. Dazu braucht es das Prinzip der kalkulierten Herausforderung. Der Vortrag zeigt an Praxisbeispielen aus verschiedenen Schulstufen wie dieses Prinzip im sprachsensiblen (Fach-)Unterricht in Bezug auf die Sprachbildung in sprachlich heterogenen Lerngruppen umgesetzt werden kann.


Kontakt

Leiterin Stabsstelle Chancengerechtigkeit
Elke-Nicole Kappus
Mag. art. MAS
Sentimatt 1
6003 Luzern
elke-nicole.kappus@phlu.ch
Portrait
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