Bilderbuchsammlung Luzern

Die Bilderbuchsammlung Luzern stellt einen repräsentativen Querschnitt des Bilderbuchschaffens der vergangenen Jahrzehnte im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus dar und befindet sich an der PH Luzern.

Die Sammlung

Die Bilderbuchsammlung der PH Luzern wurde Anfang der 1970er-Jahre von Hans A. Müller gegründet. Heute umfasst die Sammlung mehr als 7500 Titel und stellt einen repräsentativen Querschnitt des Bilderbuchschaffens der vergangenen Jahrzehnte im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus dar.

Gut erschlossen, dient sie als Grundlage für die Bilderbuchdidaktik sowie für Projekt-, Studien- und Forschungsarbeiten der Studierenden und Lehrenden. Die Bilderbuchsammlung Luzern hat einen Präsenzbestand. Mit dem Aufbau der Bilderbuchsammlung wurde auch eine kleine Fachbibliothek errichtet; diese Sekundärliteratur ist im Gegensatz zu den Bilderbüchern ausleihbar. Im Pädagogischen Medienzentrum Luzern (PMZ) kann die Sammlung während der Öffnungszeiten des PMZ besucht werden.

Bitte beachten Sie: Bilderbücher in der Sammlung, die mit einem gelben Punkt versehen sind, gibt es im Bestand des PMZ. Im PMZ sind die Bücher ausleihbar.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9.00 bis 18.30 Uhr durchgehend.


Aktuell

Bologna Childrens Bookfair 2019
Die Schweiz ist … Gastland

An der grössten internationalen Fachmesse im Kinderbuchbereich in Bologna ist die Schweiz 2019 Gastland. Der Schweizerische Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) plant daher nicht nur einen Gemeinschaftsstand der Schweizer Verlage, sondern bespielt zusätzlich eine Fläche, wo eine Auswahl an 26 Schweizer Illustratorinnen und Illustratoren vorgestellt werden. Die siebenköpfige Jury repräsentiert die Sprachregionen der Schweiz, ebenso werden die Künstler ausgewählt. Mit einem breiten Rahmenprogramm auch ausserhalb der Messehallen will die Schweiz die Vielfalt unseres Landes in Bildern, Geschichten und Impressionen in die Welt hinaustragen. Eine einmalige Chance für das Kinderbuch und das Bilderbuchschaffen in der Schweiz, um nachhaltig für die wertvolle kulturelle Arbeit zu werben.

Bologna Childrens Bookfair 2019 vom 25. bis 28. März 2019.


Auslese

Wir sind erste Klasse!
Ein Abc zum Schulanfang

26 Kinder, von A wie Anton, über N wie Nasrin, Q wie Quentin bis Z wie Zora haben eines gemeinsam: Sie gehen zusammen zum ersten Mal in die Schule. In witzigen und anregenden kurzen Szenen zu jedem Buchstaben führt die Illustratorin und Autorin Daniela Kulot in den ersten Schultag ein. Interessant bei Abc-Büchern ist immer, wie mit den eher schwierigen Buchstaben X und Y umgegangen wird. Das löst Daniela Kulot, indem sie es thematisiert oder gekonnt unterbringt: Xaver hat eine Oma namens Xantippe, die ihm X-Beine zuschreibt, die einem dann als Torwart wieder zugutekommen, denn da geht nix rein. Yvonne hat es mit Yuccapalmen, Yachten und Yeti zu tun und sammelt Wörter, die mit Y beginnen, denn die sind selten! Aber Wörter, die mit Y enden, gibt es viele, ratet! Easy-peasy, oder? Gelungen sind auch die Schlussseiten: Da ist einerseits ein Abc-Büffet zu entdecken, das die Eltern aufgebaut haben. Zu jedem Buchstaben gibt es etwas Leckeres zu naschen und geniessen. Abgerundet wird das Buch durch ein Abc-Lied, das ein Ohrwurm werden könnte.

Daniela Kulot, Thienemann Verlag, 2018 

Stadt am Meer

«Von unserem Haus aus kann ich das Meer sehen» – So beginnt die Geschichte, die von einer harmonischen Kindheit erzählt in einer Stadt am Meer, in der die Männer Kohle abbauen und unter Tag arbeiten. Ein Junge schildert den Alltag in den 1950er-Jahren, der geprägt ist von der düsteren Schwerarbeit des Vaters. Die Ruhe und Harmonie, die die Familie aber über der Erde miteinander lebt, die Aussicht vom Haus auf das Meer, zeichnet ein feinfühliges und fürsorgliches Miteinander. In wenigen Worten vermittelt Autorin Joanne Schwartz, selber Tochter eines Kohlearbeiters, einen Einblick aus der Sicht des Kindes. Die beiden Ebenen über und unter der Erde werden in eigenwilligem Strich und wunderbar inszenierten Illustrationen von Sydney Smith ins Bild gesetzt. – Vielsagend schliesst der Junge seine Erzählung mit den Worten: «Ich bin der Sohn eines Bergmanns. So ist das bei uns.»

Joanne Schwartz, Sydney Smith, Aladin Verlag, 2018

Alle sehen eine Katze

In diesem Bilderbuch ist alles eine Frage der Perspektive: Eine Katze begegnet unterschiedlichen Tieren und einem Kind. Sie alle sehen die Katze – immer aus ihrem Blickwinkel, mit ihrer eigenen Wahrnehmung. Für das Kind ist sie ein samtiges Schmusetier, für den Fisch ein Monster mit gelben Augen, die Biene sieht die Katze gepunktet und alle anderen Lebewesen haben genauso ihre eigene Sichtweise. Der junge Illustrator Brendan Wenzel lässt uns teilhaben an Beobachtungen, Neugierde und Fantasie und setzt dies in unterschiedlichen gestalterischen Techniken eindrücklich und amüsant ins Bild. Die letzte Szene schliesslich in diesem reich bebilderten Buch – es umfasst 44 Seiten! – ist der Katze selber gewidmet. Sie macht sich auf zu einem Teich, in dessen Wasser sie sich spiegelt. Und – was sieht sie wohl?

Brendan Wenzel, NordSüd Verlag, 2018

Vom Joggeli mit de Zoggeli
Und de vele Schöggeli

Eine Hommage an den inzwischen 110 Jahre alten Joggeli-Klassiker von Lisa Wenger: 1908 ist das beliebte und bekannte querformatige Büchlein «Joggeli sött ga Birnli schüttle» von Lisa Wenger erschienen. Nun hat Dan Wiener den Joggeli in die heutige Zeit geschrieben und Jürg Obrist hat ihm eine neue visuelle Gestalt gegeben, beibehalten wurden das Querformat und die sogenannten Kaskadenverse in Mundart. Der Joggeli mit de Zoggeli ist ein ausgesprochenes Schleckmaul. Auf der Suche nach seinen geliebten Schöggeli entstehen einige Missverständnisse sprachlicher Art. Bereits Käthi, die er als Erstes um ein Schöggeli bittet, versteht ihn falsch: Töggeli. Käthi fragt den Ätti und statt Töggeli versteht dieser: Zötteli … So geht es munter weiter. Am Ende aber nimmt die Geschichte doch noch ein Schoggiende für den Joggeli.

Dan Wiener, Jürg Obrist, Baeschlin Verlag, 2018

Kaktus, Klee und Kopfsalat
Das grosse Sammelsurium der Pflanzen

Rechtzeitig zum Frühjahr lässt Adrienne Barman alle Pflanzeninteressierten eintauchen in eine fantastische Welt: Ihr umfassendes, nach eigenwilligen und anregenden Rubriken aufgebautes Kompendium vermittelt Fakten, Farbigkeit, Formen – und viel Freude. Im Anhang sind sämtliche enthaltenen Pflanzenfamilien aufgeführt: von den Sauren über die Unentschlossenen bis hin zu den Nachmachern, den Heilkräftigen und den Langlebigen. Dem Register entnimmt man die Pflanzennamen, teils deutsch, teils lateinisch. Das Buch bietet eine Fülle an Informationen. Selbst kurze Einsprengsel an Geschichtlichem lässt Adrienne Barman mit einfliessen: dass mit der Zwiebel die Erbauer der Pyramiden in Ägypten entlohnt wurden, oder dass der Kampferbaum zusammen mit dem Ginkgo als erster Baum wieder wuchs nach dem Atombombenabwurf in Hiroshima.

Übersetzt aus dem Französischen, Adrienne Barman, Aladin Verlag, 2018  


Kontakt

Verantwortliche Bilderbuchsammlung
Nicole Habermacher
Sentimatt 1
6003 Luzern
nicole.habermacher@phlu.ch
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