Berufsbiografie

Ein Blick auf den eigenen beruflichen Werdegang, die beruflichen Funktionen und Aufgaben: die Berufsbiografie! Berufsbiografien verlaufen nicht gradlinig, auch bei Lehrpersonen nicht. Vielmehr sind sie von Übergängen und vielfältigen, immer wieder neuen Herausforderungen geprägt.

Übergänge im Berufsleben

Alle Übergänge in der Berufsbiografie stellen Herausforderungen dar. Für eine erfolgreiche Bewältigung von Übergängen wie Berufseinstieg, Wiedereinstieg, Stellen- oder Stufenwechsel kann eine Unterstützung, zum Beispiel durch die Schulleitung, das Kollegium oder auch durch eine professionelle Beratung sehr hilfreich sein. Übergänge sind oft auch mit Unsicherheit und Ungewissheit verbunden. Ein prozessualer, kompetenzorientierter Blick auf die eigene berufliche Laufbahn verhilft dazu, Umbrüche oder Übergänge nicht als «Karriereknick», sondern als Chance zur Weiterentwicklung und Professionalisierung zu nutzen.


Berufseinstieg

Der Berufseinstieg ist eine sehr anspruchsvolle Phase in der Berufsbiografie einer Lehrperson. Junglehrpersonen sind von einem Tag auf den andern weitgehend auf sich allein gestellt und müssen die in der Ausbildung erworbenen Wissensbestände und Kompetenzen in der Praxis anwenden und an die lokalen Gegebenheiten der Schule oder der Klasse anpassen. Dabei müssen die Berufseinsteigenden sämtliche Kernaufgaben zeitgleich anpacken – teilweise ohne sie vorher erproben oder trainieren zu können: Unterricht planen und vorbereiten, mehrere Fächer unterrichten, Lernende begleiten und beraten, organisatorische Aufgaben übernehmen, mit Erziehungsberechtigten zusammenarbeiten, den Austausch mit Fachlehrpersonen gestalten, Teamarbeit praktizieren, die eigene Tätigkeit evaluieren, sich individuell weiterbilden. Was in dieser Phase des «Überlebens» und Entdeckens gelingt oder nicht gelingt, hat Auswirkungen auf die weitere Berufskarriere.

Diese vielfältigen Aufgaben in eigener Verantwortung lösen zu müssen, kann schnell zu Überforderung führen, insbesondere dann, wenn die notwendige Unterstützung durch die Schulleitung und durch erfahrene Kolleginnen oder Kollegen fehlt. Zudem müssen die Junglehrpersonen eine Berufsidentität aufbauen: Lehrerin, Lehrer sein! Das bedeutet, eine vielschichtige Rolle (Lehrperson, Teil des Kollegiums, Vertreter/-in der Institution, öffentliche Person) zu übernehmen und vielen Erwartungen gerecht zu werden.

Das Wahrnehmen von Ressourcen trägt entscheidend zur Bewältigung von Herausforderungen bei. Es braucht einerseits ein effizientes persönliches Bewältigungshandeln (Copingstrategien) und andererseits fachliche und soziale Unterstützung an der eigenen Schule, z.B. in Form eines Mentorats. Auch die PH Luzern unterstützt die Berufseinsteigenden mit verschiedenen Angeboten: Sommerkurs, Praxisgruppen und spezifische Weiterbildungskurse. Die Dienststelle Volksschulbildung bietet ebenfalls Unterstützung in Form von Beratung und Information an.

Unterlagen zum Berufseinstieg


Angebote zum Berufseinstieg


Mittlere Berufsphase

In den ersten Berufsjahren als Lehrperson wurden grundlegende berufsbezogene Kompetenzen erprobt, gefestigt und erweitert. In den nun (vielen!) folgenden Berufsjahren geht es darum, die weitere berufliche Entwicklung bewusst zu steuern und zu gestalten.

Die weite Spanne der mittleren Berufsphase gestaltet sich je nach Person und Kontext sehr unterschiedlich. Entwicklungen gestalten sich entlang von individuellen Interessen einerseits und sich verändernden Anforderungen andererseits. Die Ansprüche von Gesellschaft, Schulbehörden und Eltern an Lehrpersonen verändern sich laufend. Dies erfordert entsprechende Professionalisierungsschritte und eine spezifische Kompetenzentwicklung.

Zur Klärung der Ausgangslage in der Berufsmitte ist oft eine Standortbestimmung sinnvoll. Im Rahmen eines Kurses oder in einem Laufbahncoaching kann ein Bewusstsein für die individuellen Stärken und Wünsche entwickelt werden. Weiter können bestehende und weiter aufzubauende Kompetenzen erkannt und Ziele für die weiteren Professionalisierungsschritte abgeleitet werden. Eine realistische Selbsteinschätzung des eigenen Potenzials sowie eine gezielte Planung und Steuerung der weiteren Laufbahn tragen zur Berufszufriedenheit sowie zur Gesundheit bei.

Für Lehrpersonen zeichnen sich verschiedene Laufbahnperspektiven ab. Grundsätzlich werden drei Richtungen unterschieden:

  1. Spezialisierung und Vertiefung
    • Fokus Unterrichtskompetenzen erweitern (allgemeindidaktische, fachdidaktische und fachwissenschaftliche Weiterbildungen)
    • Neue Aufgaben in einem neuen Feld, welches als Erweiterung der beruflichen Tätigkeiten Schwerpunktsetzungen ermöglicht (z.B. Theaterpädagogik, Praxislehrperson, Lerncoach, Mentorat für Berufseinsteigende, Zuständigkeit im IT-Bereich).
  2. Aufbau und Veränderung
    • Profilierung durch neue Funktionen (z.B. als Schulleiter, IF-Lehrperson, Pädagogische Leitung, Stufenleitung, DaZ-Lehrperson)
  3. Ergänzung und Erweiterung
    • Weiterentwicklung im Bildungswesen (z.B. (Lehr-) Tätigkeit an einer weiterführenden Schule oder Hochschule oder in Beratungsaufgaben im Bildungswesen)
    • (Teil-)Ausstieg (eine Tätigkeit ausserhalb der Schule oder des Bildungswesens erschliessen)

Berufsende

Die Risiken und Chancen der letzten Berufsphase sind so individuell geprägt wie diejenigen der vorangehenden Phasen des Berufseinstiegs und der mittleren Berufsphase. Die letzten Berufsjahre mit der notwendigen Energie und Befriedigung zu gestalten, erfordert vielerlei: es sollten wesentliche Aspekte des Älterwerdens erkannt werden und eine Umsetzung des Erkannten geplant werden, es sollte die eigene Lebens- und Berufserfahrung gewürdigt und eine Vision für die Zukunft entwickelt werden.


Standortbestimmung

Standortbestimmungen regen an bei der Auseinandersetzung mit persönlichen sowie schulischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Sie unterstützen dabei, Perspektiven für die weitere Berufstätigkeit zu erarbeiten. Die Abteilung Berufsbiografische Angebote bietet persönliche Standortbestimmungen und Beratungen zum Wiedereinstieg und zu beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten an.


Wiedereinstieg

Nach einem Unterbruch möchte jemand die Unterrichtstätigkeit in der Schule wieder aufnehmen. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den zwischenzeitlichen Neuerungen wird notwendig (Lehrpläne, Lehrmittel, Unterrichtsformen, Zusammenarbeit, Integration, geleitete Schule etc.). 

Die Wiedereinstiegsberatung als individuelle Beratung und Unterstützung vor und während des Wiedereinstiegs wendet sich an diplomierte Lehrpersonen der Volksschule, die nach längerem Unterbruch wieder im Lehrberuf aktiv sein wollen oder vor kurzem wieder eingestiegen sind. Im persönlichen Gespräch wird ermittelt, in welchen Bereichen Unterstützung gewünscht wird (fachdidaktisches oder pädagogisches Know-how aktualisieren, aktuelle Schulentwicklung usw.) und aufgezeigt, welche Kurse aus dem bestehenden Weiterbildungsprogramm hilfreich sein könnten.


Kontakt

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Portrait
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