8. Januar 2026

Vollenweider Lectures zu Formen der Ungewissheit und Handlungsorientierung in Bildung für nachhaltige Entwicklung auf gymnasialer Stufe

Im Rahmen des Leuchtturmprojekts «09 Referate im Rahmen der Vollenweider Lectures» gestalten die Kantonsschule Musegg und die PH Luzern jährlich zwei Veranstaltungen, die sich mit Fragestellungen einer Didaktik der Nachhaltigkeitswissenschaft beschäftigen und an Luzerner Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, angehende Primar- und Sekundarlehrpersonen sowie interessierte Laien gerichtet sind. Für Franziska Schönborn, die die Vollenweider Lectures seit dem Schuljahr 2015/16 hauptverantwortlich organisiert, liefert diese Zusammenarbeit interessante Denkanstösse, insbesondere im Hinblick auf den transversale Unterrichtsbereich «Bildung für nachhaltige Entwicklung» (BNE) im neuen Rahmenlehrplan der Gymnasien.

«Aus den Referaten zu Fragestellungen einer Didaktik Nachhaltigkeitswissenschaft nehme ich immer wieder wertvolle Gedanken und fachliche sowie fachdidaktische Impulse mit, die meinen Unterricht bereichern.»

Franziska Schönborn (MSc Umweltnaturwissenschafterin ETH und Chemielehrerin an der KS Musegg)

Am 30. Oktober 2025 war die Biologiedidaktikerin Dr. Britta Lübke an der Kantonsschule Musegg zu Gast. Sie forscht als Postdoc an der Universität Hamburg unter anderem zum Umgang mit Unsicherheit im Biologieunterricht an der Schnittstelle von Erziehungswissenschaft, Fachdidaktik Biologie und Wissenschaftsforschung. In ihrem Referat stellte sie zur Klärung der Frage «Warum es in den (Klima-) Wissenschaften völlig normal ist, Dinge nicht ganz genau zu wissen» verschiedene Formen von Ungewissheit vor. Im Rahmen des Unterrichts in Philosophie/Pädagogik/Psychologie konnten Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Musegg zuvor Dr. Britta Lübke zu Fragen rund um Formen der Ungewissheit in den Austausch kommen und sich vertieft mit Konzeptionen aus dem Referat auseinandersetzen.

«Der Unterschied zwischen Noch-Nicht-Genau-Wissen und Nie-Ganz-Genau-Wissen-Können spielt beispielsweise für das Verständnis von Klimamodellierungen eine grosse Rolle und muss daher auch in der Wissenschaftskommunikation angemessen berücksichtig werden.»

Dr. Britta Lübke (Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg)

Britta Lübke erläutert ihre Konzeptionen von Ungewissheit im Kontext der Wissenschaftskommunikation zum Klimawandel

Im nächsten Referat am 22. April 2026 beleuchtet Dr. Petra Breitenmoser, die als Dozentin im Bereich Fachdidaktik Natur, Mensch, Gesellschaft an der PH Zürich sowie als Postdoktorandin an der Universität Zürich tätig ist, Bildung für nachhaltige Entwicklung im neuen Rahmenlehrplan für die Schweizer Gymnasien. In ihrem Referat «Ins Handeln kommen?! – BNE in der gymnasialen Lehrpersonenbildung» stellt sie – gestützt auf eine Analyse an sechs Hochschulen – inhaltliche Herausforderungen und Ansatzpunkte in Richtung Handlungsorientierung in der Ausbildung von Gymnasiallehrpersonen vor. Die Reihe wird im Schuljahr 2026/27 fortgesetzt.


Kontakt

Leiterin Stabsstelle Nachhaltigkeit und BNE
Michelle Hermann
Sentimatt 1
6003 Luzern
michelle.hermann@phlu.ch
Portrait
spacer