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Claudia Niederberger hat eine Kunstexkursion in Zusammenarbeit mit der PH Heidelberg nach Montepulciano begleitet und berichtet von ihrer Erfahrung. Der Aufenthalt wurde im Rahmen des Swiss-European Mobility Programmes (SEMP) gefördert.
Auch in diesem Jahr durfte ich während zwei Wochen im Rahmen der jährlichen Kunstexkursion Studierende der PH Heidelberg in ihren künstlerischen Projektarbeiten im Ort Montepulciano (Toskana) im Rahmen eines Lehraufenthaltes unterstützen und begleiten.
Unter der Leitung von Prof. Mario Urlass der PH Heidelberg im Fach Kunst wurde die Kunstexkursion gemeinsam mit dem langjährigen Mitbegleiter Sergio Bardani (auf italienischer Seite für die Organisation von Atelier und Infrastruktur sowie Unterkunft zuständig) die Kunstexkursion umsichtig vorbereitet.
Seit 2014 bin ich an Kunstexkursionen der PH-Heidelberg mit Corona-bedingten Unterbrüchen, als Lehrbeauftrage der PH Luzern mit dabei.
Am 1. September 2026 haben wir im grosszügigen Atelierraum mit 19 Studierenden in der Fortezza von Montepulciano die Kunstexkursion mit den Studierenden erfolgreich starten können (inklusive transportierter Materialien aus Heidelberg und Luzern, die es für eine künstlerische Atelierarbeit braucht).
Die Studierenden wurden in die Arbeit in eigene künstlerische Projekte in der Eröffnungsveranstaltung eingeführt und durch tägliche Kolloquien in Gruppen zum Austausch und zur Weiterentwicklung ihrer Arbeitsprozesse und Werke ermutigt und begleitet. Die Vielfalt an Themen, die die Studierenden interessierten und bewegten war auch in diesem Jahr gross. Ob in künstlerischen Feldforschungen durch Ortserkundungen in Montepulciano als Inspirationsquelle oder Projektideen, die bereits an der Heimuniversität ihren Ursprung hatten, die zwei Wochen gemeinsamer Atelierarbeit von Studierenden und Dozierenden ermöglichte ein intensives Dranbleiben und Eintauchen in künstlerische Werkprozesse. Die gegenseitige Unterstützung und der soziale Zusammenhalt innerhalb der Studiengruppe waren auch in diesem Jahr sehr beeindruckend. Für die Studierenden bilden diese zwei Wochen eine ausserordentliche Möglichkeit, intensiv und kontinuierlich an ihren Werkprozessen zu arbeiten (nebst den curricularen Angeboten in Lektionen an der Heimuniversität). Das gemeinsame Teilen und Austauschen in der künstlerischen Arbeit und der Zusammenhalt (in Wohngemeinschaften und im Atelier 24/7) erfahren sie und auch die Dozierenden als Bereicherung.
Am 12. September 2026 wurde die Intensität und das Engagement aller Beteiligter in einer abschliessenden öffentlichen Ausstellung sichtbar.
Über die Offenheit der Studierenden sich auf kreative Prozesse (in einem breiten Spektrum an bildnerischen Verfahren und Zugangsweisen) einzulassen, den Mut, den es braucht, Neues zu erkunden und an thematischen und künstlerischen Fragestellungen hartnäckig dranzubleiben, habe ich bereits im letzten Jahr berichtet.
Was mich seit Jahren in der Kunst und Kunstpädagogik insbesondere in deren Vermittlung beschäftigt, ist die «tacit dimension», das stille Wissen oder auch bekannt als das «knowing in action» (Michael Polanyi), welche künstlerische Prozesse begleiten. Oft ist es ein Vorgreifen auf noch Unverstandenes. Damit gemeint sind Intuitionen, die sich in einer positiven Unbestimmtheit bewegen und dazu beitragen, dass sich die Schere zwischen Wissen und Erfahrung nicht schliesst. Sobald wir wissen, was wir erfahren, erfahren wir nur noch, was wir schon wissen. Aus einer reflexiven künstlerischen Praxis heraus lassen sich deshalb solche, auf Unwägbarkeiten ausgerichtete Prozesse und Produkte erst retrospektiv im Nachgang nachvollziehen, einordnen bzw. biografisch/künstlerisch verorten.
Wie eine Studentin am abschliessenden und gemeinsamen Abendessen vorgetragen hat. «Alle sind wir so beseelt und erfüllt in unserem Ureigenen in unseren künstlerischen Projekten mit umsichtiger Begleitung im (Er-) Schaffen sowie in den Kolloquien wahrgenommen, aber auch kritisch bestärkt und unterstützt worden zu sein» - strahlende Gesichter rundum! In Bezug auf ihre Selbstbildung und Selbstwirksamkeit und auch in ihrer künstlerischen-kunstpädagogischen Haltung als angehende Lehrpersonen wurden hier wertvolle Erfahrungen und Emergenzen explizit.
Ebenso erfüllt, nehme ich einmal mehr vieles für die PHLU im Umgang mit Studierenden in der Begleitung ihrer künstlerischen Prozesse und Projekte im Hinblick auf ihre Berufspraxis mit.
Mit den Worten von Karl Josef Pazzini: «Kunst» mitgemeint auch «Kunst-Pädagogik» existiert nicht - es sei denn als angewandte! schliesse ich meinen Bericht aus der Kunstexkursion in Montepulciano 2026.