29. Juni 2026

Drei heisse Tage, viel Anerkennung: Die 18. ESE-Tagung an der PH Luzern

Vom 25. bis 27. Juni 2026 war die PH Luzern Gastgeberin der 18. Konferenz der Dozierenden im Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung (ESE). Rund 200 Fachpersonen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich diskutierten aktuelle Fragen der Diagnostik im ESE-Feld – engagiert, kontrovers und bei hochsommerlichen Temperaturen.

Das Institut für Diversität und inklusive Bildung (IDB) organisierte die Tagung. Die Leitung übernahm Dr. Robert Langnickel, der die Konferenz nach Luzern holte und mit grossem Engagement koordinierte. Gemeinsam mit Prof. Dr. Alois Buholzer, Leiter des IDB, und Dr. Angela Bauer von der Universität Bielefeld entwickelte er das wissenschaftliche Programm. Im Zentrum stand eine Frage, die den Förderschwerpunkt seit Langem umtreibt: Wie gelingt Diagnostik im Feld der emotionalen und sozialen Entwicklung, zwischen standardisierter Klassifikation, verstehendem Fallzugang und dem Anspruch auf Förderung und Teilhabe?

Eröffnet wurde die Tagung in gebührendem Rahmen durch die Hochschulleitung: Prorektor Prof. Dr. Reinhard Hölzl sprach Grussworte an alle Teilnehmenden, und auch Prorektorin Prof. Dr. Dorothee Brovelli war an der Tagung anwesend.

Das Programm bot zahlreiche fachliche Höhepunkte. Zwei Keynotes setzten den Rahmen: Prof. Dr. Dennis Hövel von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) führte von der klinischen Kategorie zum pädagogischen Entscheid und plädierte für eine Diagnostik, die nicht primär Defizite etikettiert, sondern pädagogische Entscheidungen fairer, transparenter und anschlussfähiger für inklusive Förderung macht. Prof. Dr. Lucia B. Amrhein von der Universität Duisburg-Essen stellte einen Ansatz vor, der theoriebasierte Diagnostik mit praxisorientierter Hypothesengenerierung im Förderschwerpunkt ESE verbindet. Dazu kam über die drei Tage hinweg ein vielfältiges Angebot mit zahlreichen Symposien, Workshops und Diskussionsforen sowie Dutzenden von Paper-Präsentationen, die das gesamte Spektrum aktueller Forschung im Feld abbildeten.

Einen Glanzpunkt setzte am Samstag die Podiumsdiskussion, moderiert von Alois Buholzer und Robert Langnickel. Auf dem Podium debattierten Prof. Dr. Carmen Zurbriggen, Prof. Dr. Stephan Gingelmaier, Prof. Dr. Thomas Hennemann, Thomas Müller und Saphir Ben Dakon engagiert und an einigen Stellen durchaus kontrovers, genau so, wie es zu einer lebendigen wissenschaftlichen Fachtagung gehört.

Einen eigenen Schwerpunkt bildeten die über zwanzig Posterpräsentationen. Für den besten Beitrag wurde der Posterpreis verliehen, dotiert mit 500 Franken und gestiftet vom Verlag Hogrefe. Ausgezeichnet wurde das Poster «Identifikation von emotionalen Kompetenzprofilen bei Bullyingtäter*innen» von Dr. Christian Drengk, Taina Marisa Gabriel und Prof. Dr. Moritz Börnert-Ringleb von der Leibniz Universität Hannover. Über die Vergabe entschied eine Jury unter der Leitung von Prof. Dr. Cécile Tschopp (PH Luzern).

Bemerkenswert war die Atmosphäre der Tagung. Trotz grosser Hitze waren die Panels gut gefüllt, und es wurde engagiert diskutiert. Zur Abkühlung lud das Kulturprogramm unter anderem zum Schwimmen in der Reuss ein; die Schwimmgruppe wurde von Thomas Müller, Studiengangsleiter des Masterstudiengangs Schulische Heilpädagogik, gemeinsam mit Vertreterinnen der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) begleitet. Das Conference Dinner am Freitagabend, ausgerichtet vom Team der Senteria, bildete einen wunderbaren Ausklang des zweiten Tages; die Stimmung war so gut, dass die Gäste den Abend kaum beenden mochten.

Als Gastgeberin zeigte sich die PH Luzern von ihrer besten Seite. Aus der ganzen Schweiz ebenso wie aus Deutschland und Österreich kam viel Anerkennung für die Organisation und Durchführung zurück, und die Gäste fühlten sich sichtlich willkommen.

Dafür verantwortlich waren nicht zuletzt Rita Spichtig und ihr Team des Tagungs-, Event- und Projektmanagements gemeinsam mit den studentischen Hilfskräften, die für einen reibungslosen Ablauf der gesamten Tagung sorgten.

Ermöglicht wurde die Tagung durch die Unterstützung von Luzern Tourismus und der Aebli-Näf-Stiftung. Für die PH Luzern und insbesondere das IDB war die 18. ESE-Tagung weit mehr als eine gelungene Veranstaltung: Sie stärkte die Hochschule als Ort des wissenschaftlichen Austauschs im Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung und machte ihre Expertise weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar.

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