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Ein Brückenangebot von fünf Schweizer PHs unterstützt Lehrpersonen mit Fluchterfahrung auf dem Weg zur Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Lehrdiplome und bei der beruflichen Integration in der Schweiz.
Am 11./12. September 2026 starteten 23 Lehrpersonen mit Fluchterfahrung aus verschiedenen Deutschschweizer Kantonen ein einjähriges Brückenangebot, das zentral an der PH Zürich und online umgesetzt wird. Das Angebot wird im Rahmen des Projekts «Requalifikation und berufliche Integration von Lehrpersonen mit Fluchterfahrung (RILF)» durchgeführt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein ausländisches Lehrdiplom. Zudem verfügen die meisten Teilnehmenden über mehrjährige Unterrichtserfahrung in ihren jeweiligen Herkunftsländern.
Der einjährige Kurs bereitet die Lehrpersonen darauf vor, einen Antrag auf Anerkennung ihres ausländischen Lehrdiploms einzureichen oder – sollten die Bedingungen für eine solche Anerkennung nicht erfüllt sein – ein Studium an einer Pädagogischen Hochschule (regulär oder verkürzt) zu absolvieren. Dadurch soll ihnen langfristig der gleichberechtigte Zugang zum Berufsfeld Schule in der Schweiz ermöglicht werden.
Das RILF-Brückenangebot umfasst fast 500 Lektionen, inklusive Hospitationen und Praxiseinsätze auf der Zielstufe. Stefanie Rinaldi, Leiterin des Instituts der Fachdidaktik für Gesellschaftswissenschaften (IGW) an der PH Luzern und Gesamtleiterin des RILF-Projekts, betont die Wichtigkeit dieser Einsätze im Schulfeld und ergänzt: «Interessierte Schulen dürfen sich jederzeit bei uns melden.»
Da hierzulande die Deutschkompetenz einer der entscheidenden Faktoren für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Lehrdiplomen ist, wird ein berufsspezifischer Deutschkurs angeboten, der fast die Hälfte des Gesamtprogramms ausmacht. «Während der Hospitationen und Praxiseinsätze im Schulfeld, in den auf das Berufsfeld ausgerichteten Modulen sowie im Austausch in den Lerngruppen erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse gezielt anzuwenden», betonen Petra Hild (PH Zürich) und Chiara Guasso (PH FHNW und PH Luzern), die das Angebot koordinieren.
Nach Abschluss der einjährigen Pilotphase am 3. Juli 2027 wird das RILF-Brückenangebot gemäss den institutionellen Qualitätsmanagementvorgaben evaluiert und bei Bedarf angepasst. Langfristig werden regionale Angebote angestrebt, wodurch auch die Teilnehmendenzahl erhöht werden kann.
Das Projekt «Requalifikation und berufliche Integration von Lehrpersonen mit Fluchterfahrung (RILF)» wird gemeinsam von der PH Luzern (Leading House), der PH FHNW, der PH St. Gallen, der PH Zug und der PH Zürich umgesetzt und durch projektgebundene Gelder im Rahmen des Programms «Chancengerechtigkeit – Förderung der Gleichstellung, Diversität und Inklusion auf allen Ebenen der Hochschulen (2025–2028)» von swissuniversities unterstützt. Über diese Gelder wird auch der Aufbau des RILF-Brückenangebots finanziert. Die Durchführung des einjährigen Kurses wird über Teilnehmendenbeiträge gedeckt.
Zur Sicherung der Nachhaltigkeit ist eine Überführung des RILF-Brückenangebots in die regulären Strukturen der beteiligten PHs vorgesehen. Eine Ausweitung auf weitere PHs sowie auf weitere Personen mit ausländischem Lehrdiplom ist geplant.