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Das partizipative Kunstvermittlungsprojekt will Schüler*innen, Künstler*innen, Lehrpersonen, Dozierende und Studierende für die Herausforderungen unserer postmigrantischen Gesellschaft in der Schweiz sensibilisieren. Mittels künstlerischer Arbeiten setzen sich Schüler*innen mit dem Thema des «ich» im «wir» auseinander. Das Projekt hat das Ziel die verschiedenen Akteure zusammenzubringen, zu vernetzen und sich der Chancen und Möglichkeiten der heutigen Gesellschaft bewusst zu werden.
Vom 29. November bis 7. Dezember 2024 und vom 21. März bis am 1. April 2026 zeigten die Schüler*innen von fünf Primarschulklassen aus Luzern und einer ersten SEK-Klasse aus Emmen am PH Standort Sentimatt ihre Arbeiten, die sie gemeinsam mit den Künstler*innen Sipho Mabona, Anđela Rončević, Parvez und Nikola Ilić in fünf Halbtagen entwickelt haben.
Beide Vernissagen am 28. November 2024 und am 20. März 2026 waren mit je rund 150 Personen – Kinder, Eltern, Grosseltern, Schulleitungen, Lehrpersonen, Dozierende und Studierende der PH Luzern – sehr gut besucht. Die Besucher*innen nahmen an den Kurzführungen teil. Der Projektleiter Mathias Walther und Kuratorin Gaby Fierz sowie die Künstler*innen, Studierenden der PH Luzern, Lehrpersonen und Schüler*innen berichteten von ihren Erfahrungen und vermittelten einen Eindruck von der Arbeitsweise in diesem vielschichtigen Projekt.
Die Primarschüler*innen aus den Luzerner Schulhäusern Fluhmühle, St. Karli, Grenzhof, Rönnimatt und die Sekundarschüler*innen aus Emmen haben unterschiedliche künstlerische Techniken kennengelernt und sich inhaltlich mit dem Spannungsfeld Individualität – Kollektivität auseinandergesetzt.
Im Atelier der Künstlerin und Illustratorin Anđela Rončević haben sie sich mit Sprichwörtern in verschiedenen Sprachen befasst und mit den Drucktechniken Monotypie, Linoldruck und Tetrapack experimentiert. Beim vor allem skulptural arbeitenden Künstler Sipho Mabona lernten die Schüler*innen die Origami-Falttechnik kennen und anwenden. Im Atelier des performativ arbeitenden Konzeptkünstlers Parvez wurde gespielt, gemalt, gezeichnet, diskutiert, gesammelt, gebaut allein, zu zweit oder in der Gruppe. Mit dem Filmemacher Nikola Ilić tauchten die Sekschüler*innen in die Welt des Films ein und realisierten Kurzvideos.
Die Ateliers wurden mit der Videokamera dokumentiert und die daraus entstandenen Videofilme geben einen fundierten Einblick in den Arbeitsprozess in den Ateliers. Und es wird deutlich, dass sich Schüler*innen, Lehrpersonen und die Künstler*innen in einem Punkt einig sind: In allen Ateliers wurde der kreative Freiraum sehr geschätzt. Die Möglichkeit, selbst entscheiden zu können, was wie angegangen wird und wie die Aufgaben umgesetzt werden.
Der kurze Trailer, in dem Bilder und Stimmen aus den drei Ateliers zu sehen und hören sind, gibt diese Stimmung wieder und regt mit seinen Reflektionen zum Nachdenken über Formen des Unterrichtens an.
Das Projekt «Ich, ein Teil von wir» wurde von Mathias Walther, Fachkoordinator Bildnerisches Gestalten der PH Luzern, initiiert. Motiviert haben ihn die guten Erfahrungen mit Künstler*innen-Ateliers in Luzerner Primarschulen, die er in den vergangenen Jahren organisiert hat. Er suchte die Zusammenarbeit mit dem Institut für Diversität und inklusive Bildung (IDB) der PH Luzern, wo seine Idee sowohl bei Alois Buholzer, Institutsleiter IDB, und bei Elke-Nicole Kappus, Leiterin der Fachstelle Diversität und Inklusives Studium, auf fruchtbaren Boden fiel. Später stiess Gaby Fierz, Kuratorin und Dozentin für Bildungs- und Sozialwissenschaften an der PH Luzern mit Schwerpunkt Diversität dazu, die ihre langjährigen Erfahrungen als Ausstellungsmacherin und Kulturvermittlerin in verschiedenen Museen in der Schweiz und der Türkei ins Projekt einbrachte.
Geleitet wurden die Ateliers von den Künstler*innen Sipho Mabona, Anđela Rončević, Parvez und Nikola Ilić. Teilgenommen haben 2024 die Schüler*innen der 6. Klasse aus dem Schulhaus St. Karli mit ihrer Lehrerin Gökça Yilmaz, der 6. Klasse aus dem Schulhaus Fluhmühle mit ihrer Lehrerin Lena Spichtig und der 3./4. Klasse aus dem Schulhaus Grenzhof mit ihren Lehrerinnen Selina Krähenbühl und Monika von Moos. 2026 waren die Schüler*innen der 6. Klasse aus dem Schulhaus Grenzhof von Beatrice Odermatt, die Schüler*innen der 1. Sekundarklasse aus dem Schulhaus Gersag von Marc Wermelinger sowie die Schüler*innen der 3./4. Klasse aus dem Schulhaus Rönnimoos von Janine Saul dabei. Die Videodokumentation der Ateliers stammt mehrheitlich von den Studierenden: 2024 von Selda Arslandogmus, Marie-Sophie Marz, Liridona Isufi und René Krummenacher der PH Luzern und 2026 von Rieke Hausleithner, Delia Ferreyros, Fiona Flury und Samanta Hug.
Das Projekt erstreckt sich über die Jahre 2024 bis 2027 und wird vom Bund, dem Kanton, der Stadt sowie von der PH Luzern finanziert.