Lehrhabitus im Wandel? Diversität, Macht und KI in der Hochschullehre

HD HochschuldidaktikEB Erwachsenenbildung

Übersicht

Daten
Fr.05.03.202709:15-16:45 Uhr
Fr.05.03.202709:15-16:45 Uhr
Region
PH Luzern im Uni/PH-Gebäude an der Frohburgstrasse 3
PH Luzern im Uni/PH-Gebäude an der Frohburgstrasse 3
Kursdauer (Stunden)
8
8
Hinweis
Es hat noch freie Plätze, die Durchführung ist noch offen
Es hat noch freie Plätze, die Durchführung ist noch offen

Beschreibung

Der hochschuldidaktische Weiterbildungskurs « Lehrhabitus im Wandel?» gehört zum thematischen Rahmen «Diversitätssensible Hochschullehre – Flexibilisierung des Studiums» und ist Teil des Vertiefungsmoduls im «CAS Hochschuldidaktik» der Pädagogischen Hochschule Luzern. Der Kurs unterstützt die Teilnehmenden in ihrem Nachdenken über Hochschullehre und differenziert und erweitert bisherige Konzepte.
Im Zentrum des Workshops steht der Begriff des Lehrhabitus. Er beschreibt jene inkorporierten Wahrnehmungs-, Bewertungs- und Handlungsmuster, die das professionelle Selbstverständnis und Handeln von Lehrenden oftmals vorreflexiv anleiten. Lehrhabitus entsteht in biografischen, fachkulturellen, institutionellen und gesellschaftlichen Sozialisationsprozessen und beeinflusst, was als „gute Lehre“, als legitimes Wissen, als angemessene Autorität oder als kompetentes studentisches Verhalten aufgefasst wird. Lehrhabitus ist ein analytischer Zugang, um implizite Normen, Routinen und Selbstverständlichkeiten in der Hochschullehre sichtbar zu machen. Denn Lehrsituationen sind immer auch durch soziale Differenz- und Machtverhältnisse geprägt. Der Blick auf den Lehrhabitus ermöglicht es, diese Prozesse nicht als individuelle Einstellungen allein zu betrachten, sondern sie in ihren sozialen und institutionellen Bedingungen zu reflektieren.
Mit dem Einsatz von KI verschieben sich diese Bedingungen. KI-gestützte Systeme greifen in Praktiken der Wissensproduktion, Kommunikation, Bewertung und Beratung ein und können damit auch das didaktische Handeln verändern und ebenso die Sozialisation in einen Lehrhabitus. Zugleich sind in KI-Systemen selbst gesellschaftliche Normen, Datenordnungen und Ungleichheitsverhältnisse (Bias) eingebettet. Dadurch stellt sich die Frage, wie ein diversitätssensibler Lehrhabitus mit Technologien umgeht, die weder neutral noch außerhalb sozialer Machtverhältnisse stehen.
An dieser Stelle kann die Perspektive auf Menschen-KI-Figurationen den Blick erweitern: Lehrende, Studierende, Institutionen und KI-Systeme sind in wechselseitige Beziehungs- und Abhängigkeitsgeflechte eingebunden. Der Lehrhabitus wirkt in diesen Geflechten nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit technologischen Infrastrukturen, institutionellen Erwartungen und sozialen Positionierungen. KI verändert damit nicht einfach nur einzelne Werkzeuge der Lehre, sondern auch die relationalen Bedingungen, unter denen Autorität, Teilhabe, Verantwortung und Anerkennung ausgehandelt werden.
Der Workshop bietet einen Reflexionsraum, um diese Veränderungen im Kontext diversitätssensibler Hochschullehre zu analysieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Lehrhabitus unter Bedingungen sozialer Ungleichheit entsteht, welche Typen und Ausprägungen sich unterscheiden lassen und welche neuen Herausforderungen durch KI-gestützte Lehr- und Lernumgebungen entstehen.


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Beginn
05.03.2027
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