Medien und Informatik: «Digitale Transformation» an der PH Luzern

Die Digitalisierung hat die Lehr-, Lern- und Lebenswelt erreicht. Die explosionsartige Verbreitung der «Social Medias», die Strategie «Digitale Schweiz» des Bundesamts für Kommunikation, Industrie 4.0 und die Suche nach Fachkräften im Bereich Informatik (um nur einige Stichworte zu nennen) stellen grosse Herausforderungen auch an die PH Luzern. 

Übersicht

Die PH Luzern begegnet diesen Herausforderungen auf drei Ebenen:

  • Hochschulentwicklung
  • Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Lehrpersonen
  • (Medien-)Technik

Ebene Hochschulentwicklung

Erfolgreiches Wissensmanagement betrifft immer alle drei Dimensionen: Technik, Organisation und Mensch.

Die digitale Bildung soll sich an dieser Trias orientieren, aber den Menschen ins Zentrum stellen. Eine hervorragende technische Ausstattung und eine optimierte Organisationsstruktur sind kein Garant für eine erfolgreiche digitale Transformation. Administrative sowie wissenschaftliche Mitarbeitende und Dozierende der PH Luzern benötigen eine gründliche Aus- und Weiterbildung. Je nach Arbeitsfeld sind medientechnische, mediendidaktische und medienpädagogische Kompetenzen bis hin zu Kompetenzen im Themenfeld «Computational Thinking» notwendig.

Die digitale Transformation ist ein bereichsübergreifendes Strategieprojekt mit besonderer Berücksichtigung der Förderung und Sicherung der Chancengleichheit. Daher braucht es auf Hochschulebene eine strukturelle Verankerung, wie digitale Bildung einerseits in der Hochschule als Unternehmung und anderseits in der wissenschaftsbasierten Lehre Einzug finden kann. Digitalisierungs- und Open-Access-Projekte (z. B. Lucerne Open Repository (LORY)) und die Projekt- und Publikationsdatenbank (PPDB) sind wichtige Eckpunkte für ein gesamtheitliches Umdenken auf dem Weg zu Open Data und Open Educational Resources. 


Ebene Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Lehrpersonen

Mit der Einführung des Lehrplans 21 und dem neuen Modulfach «Medien und Informatik» sowie dem überfachlichen Thema «Anwendungskompetenzen» (medientechnische Fertigkeiten) werden sämtliche Studiengänge laufend weiterentwickelt. Dabei geht es um einen mehrperspektivischen Diskurs. Der Fachbereich Medien und Informatik hat dazu ein Modell entwickelt:

Abbildung 1 beschreibt die Lebenswelten aus dem Modell Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen

 Medien, digitale wie analoge, prägen die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Es ist daher eine zentrale Aufgabe, die Lernenden im Umgang damit zu begleiten und ihnen eine mündige und kompetente Nutzung aufzuzeigen. Dazu gehören folgende Entwicklungs- und Bildungsaufgaben:

  • Eine vertiefte Reflexion der eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten
  • Die Bildung einer persönlichen, eigenen kulturellen Identität
  • Der Erwerb von sozialen Kompetenzen bei der Auseinandersetzung mit Medien
  • Das Kennenlernen und Verstehen der zugrunde liegenden Technologien, Macharten und Informatikkonzepte.

Im Rahmen dieser Auseinandersetzung erkennen die Schülerinnen und Schüler, dass ihre Lebenswelt durch die Medien nicht nur geprägt, sondern geradezu konstituiert wird. Dieses Faktum erfordert eine Durchdringung der Frage nach den Wirklichkeiten, die die Schülerinnen und Schüler umgeben. Diese Durchdringung lässt sich mit fünf Leitfragen zu Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen strukturieren:

  • Wie wird etwas wahrgenommen?
  • Wie wirkt das?
  • Wie wird das genutzt?
  • Wie funktioniert das?
  • Wie wird das konstruiert?

Die Beantwortung dieser Fragen bietet die Voraussetzung und die Möglichkeit, Medien und Informatik bewusst und kompetent zu nutzen und Entwicklungen zu verstehen und mitzugestalten.

In den Studiengängen gibt es nebst einer medientechnischen Grundausbildung fachspezifische Angebote wie Blockwochen «Medienbildung» und «Informatische Bildung» sowie integrierte Angebote zu allen Kompetenzbereichen MIA (Medien – Informatik – Anwendungskompetenzen) in den einzelnen Studienbereichen.

In der Weiterbildung gibt es nebst den Intensivkursen (Einführungskursen) zwei neue Weiterbildungsstudiengänge «CAS Medien und Informatik für Kader» sowie «CAS Medien und Informatik für Lehrpersonen».

Das Zentrum Medienbildung beschäftigt sich nebst der Leseförderung insbesondere mit Fragen und Anliegen in den Bereichen Medienpädagogik sowie Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) im Unterricht. Es bietet Lehrpersonen aller Stufen eine umfassende Beratung und verfügt über ein vielfältiges Angebot, welches die Medienkompetenz verbessert.


Ebene (Medien-)Technik

Die Digitalisierungstechnologien sind Basistechnologien und unterliegen als solche einem rasanten und steten Wandel. Eine sinnvolle digitale Transformation kann nur erfolgen, wenn auch eine entsprechende leistungsstarke Infrastruktur vorhanden ist.

Die PH Luzern hat eine zweckmässige aktuelle technische Infrastruktur, verfügt über adäquate digitale Werkzeuge sowie einen dazugehörenden Support (IT Hochschule Luzern, ICT PH Luzern) sowie eine kompetente hochschuldidaktische Beratung und Begleitung (Stabstelle Hochschuldidaktik, Fachstelle Eduweb «Lehren und Lernen mit digitalen Medien»). Die Angebote werden laufend überprüft und den Bedürfnissen angepasst. Neue Technologien werden sorgfältig evaluiert.


Fazit

Der digitale Wandel muss «in den Köpfen» beginnen. Dazu braucht es einen langfristigen Bildungsprozess auf den oben erwähnten drei Ebenen. Diesen Prozess gilt es mit genügenden Ressourcen zu unterstützen, ihn beratend zu begleiten und den notwendigen Diskurs intern, aber auch extern zu führen.


Kontakt

Dozent
Hanspeter Erni
MSc
Sentimatt 1
6003 Luzern
hanspeter.erni@phlu.ch
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