19. März 2020

«Swiss Sports History»: Nationales Projekt mit Luzerner Wurzeln

Die PH Luzern trägt mit dazu bei, dass Schweizer Sport-Geschichte nicht verstaubt. Unter anderem mit Online-Tools.

Schwingende Kinder

«Geschichte wirkt für viele Menschen häufig trocken und wenig erfahrungsbezogen. Genau hier setzt Swiss Sports History an: Am Computer oder am Tablet kann man Geschichte spielerisch und übersichtlich erleben.» Das sagt Michael Jucker, der an der Universität Luzern lehrende Leiter des Projekts «Swiss Sports History», und hebt neben den möglichen direkten Kontakte mit Pionieren und Zeitzeuginnen aus älterer und jünger Vergangenheit auch die jetzt besonders aktuelle Arbeit mit digitalen Tools hervor.

Für Peter Gautschi, an der Pädagogischen Hochschule Luzern Leiter des Instituts für Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen (IGE), hat das Projekt ganz besondere Qualitäten: «Sportgeschichte wird mit Geschichten von Menschen vermittelt. An diesem Thema zeigen sich Inklusion und Exklusion besonders prägnant. Das Thema hat einen starken Lebensweltbezug. Swiss Sports History setzt viele Anliegen des Lehrplans 21 bestens um. Und das Projekt zeigt schliesslich auch, dass ganz unterschiedliche Partner – z. B. die Unis Zürich und Luzern, die PH Luzern, das Schweizerische Sozialarchiv, das FCZ-Museum oder das Interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung der Uni Bern – themenbezogen gut zusammenarbeiten können.»

Besuche von Sportgrössen im Klassenzimmer

Bis zu den Schliessungen von Schulen aufgrund von rigorosen Verfügungen von Bund und Kantonen im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus moderierten regelmässig Studierende aus dem Master Geschichtsdidaktik der PH Luzern Besuche von ehemaligen Schweizer Sportgrössen an Primar- und Sekundarschulen sowie Gymnasien in der ganzen Schweiz. So begleiteten etwa David Schärli, selber Fussballschiedsrichter der Swiss Football League, oder Lukas Keller Zeitzeuginnen und Zeugen wie Denise Biellmann (Eiskunstlauf), Bernhard Kobel (Snowboard), Lucas Fischer (ehemaliger Kunstturner, heutiger Sänger und Show-Akrobat) oder Sarah Akanji (Fussball) im Unterricht.

Deren Besuch in Schulstunden ist das eine, das digitale Angebot das andere. Gerade in der aktuellen Situation spielen die Möglichkeiten für das Distance Learning, die das Projekt anbietet, eine grosse Rolle. Videos von weiteren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Aufgabensets oder eine Reihe von Faktenblättern stellen weitere top Features des nationalen Projekts mit Luzerner Wurzeln dar. Die Schulstunden oder das digitale Lernen können also ganz nach den Wünschen der jeweiligen Lehrpersonen und Klassen gestaltet werden.

Peter Gautschi und Michael Jucker möchten mit ihrem digitalen und mehrsprachigen Projekt die Schweizer Sportgeschichte aktiv aufarbeiten, für die Nachwelt bewahren und vermitteln. Diese Absicht kann man nicht genug loben.


Kontakt

Institutsleiter IGE
Peter Gautschi
Prof. Dr. phil.
Frohburgstrasse 3
6002 Luzern
peter.gautschi@phlu.ch
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