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Christoph Egli hat im Rahmen des Swiss-European Mobility Programmes (SEMP) einen Kultur- und Sprachaufenthalt in Neapel absolviert. Er berichtet von seiner bereichernden Erfahrung.
«Quando vieni a Napoli piangi due volte – quando arrivi e quando te ne vai.»
Ob sich die ersten Worte, die mich auf meinem «Schulweg» durch die Altstadt Neapels herzlich willkommen hiessen, bewahrheiten würden? Die allerersten Tropfen, die sich von mir ablösten, waren weder lakrimöser Natur noch dieser aufmunternden Inspiration geschuldet, vielmehr der dämpfenden Transpiration, welche die seit Tagen aufgeheizte Stadt (Temperaturen um die 38 Grad) auslöste. Nicht nur die neue Stadt («Neapolis») war aufgeheizt, sondern – und dies wohl regelmässig oder gar dauerhaft – die Stimmung; so auch während der Woche, die ich Anfang Juli für einen Sprachkurs in deren Altstadt zubrachte.
Die unaufhörlichen Touristenströme, die trotz oder gerade wegen der im Vergleich zu toskanischen oder umbrischen Städten weniger pittoresken «Vicoli», «Vie» und «Piazze» fluteten, die über jahrhundertealte Pflastersteine bretternden Rollerlenker/-innen und die immerfort gestikulierenden Neapolitaner/-innen trugen zu diesem munteren Ambiente mit viel «Rumore» bei, was jedoch einer lernförderlichen Atmosphäre keineswegs abträglich war. Nicht zuletzt heizten während der Fussball-Weltmeisterschaft die Tifosi, die insbesondere im spanischen Viertel mit der argentinischen Mannschaft – und allen voran mit dem ewigen Fussballgott Diego – mitfieberten (weil sich 2026 die «Squadra azzurra» mit dem WM-Fieber nicht anstecken wollte), meinen Lernwillen an, so dass es meine Sprachkompetenzen bis ins Finale schafften.
Trotz meiner mangelnden Larmoyanz darf ich mit Fug und Recht behaupten, dass mir das turbulente Treiben der Stadt, die hübschen Radausflüge hoch zum Vesuv oder Castel Sant’Elmo beziehungsweise nach Caserta (dem italienischen Versailles), die lauen Abkühlungen im Meer vor Giuseppone al Mare oder Ercolano (dem besser erhaltenen Pompeji), die neapolitanischen Köstlichkeiten (z. B. Mozzarella die Bufala Campana, Spaghettone al mare, Sfogliatelle etc.), die sympathische Kleingruppe der Mitstudierenden und die äusserst bemühten und kompetenten Italienischlehrerinnen des Istituto Italia CL den Kurzaufenthalt in der grössten «Città meridionale» in bester Erinnerung bleiben lassen.