12. Januar 2026

Fingerrechnen, ergänzender Text zum DVS-Newsletter-Beitrag

Muss noch redigiert und illustriert werden. (MvA)

Ausführliche Erklärung für die PH-Webseite (News-Bereich):

Mit Fingern rechnen – eine mathematikdidaktische Ergänzung zum Beitrag Fingerrechnen verhilft Kindern zu besseren Leistungen auf SRF vom 23.11.2025

In einem Beitrag von SRF vom 23.11.2025 sowie in Tagezeitungen von Ende November 2026 wurde eine Studie der Uni Lausanne zitiert, die zeigt, dass Kindergartenkinder, die die Finger zum Rechnen nutzen, später besser rechnen können.

Dies wirft Fragen auf, denn gleichzeitig wissen Lehrpersonen, dass sich Fingerrechnen bei einfachen Kopfrechenaufgaben als Merkmal von Rechenschwäche bis in die Oberstufe zeigt.

Im Folgenden sollen die Ergebnisse der Studie eingeordnet werden.

Die erwähnte Studie weist – wie viele andere Untersuchungen auch – auf die Bedeutung von Zählkompetenzen von Kindergartenkindern hin. Zählstrategien im Kindergartenalter sind entwicklungsgemäss. Problematisch wird es, wenn das zählende Rechnen über längere Zeit (über die 1. Klasse hinaus) die dominierende Strategie bleibt – ein Phänomen, das bei Kindern mit Förderbedarf über Jahre beobachtet wird. Darauf weist im Übrigen auch die zitierte Studie hin (The Role of Children’s Finger Counting History on Their Addition Skills von Krenger und Thevenot, 2025).

Was heisst das konkret für die Praxis und den Umgang mit Fingern beim Rechnen?

Der Erwerb von Zählkompetenzen im Kindergarten ist sehr wichtig für die mathematische Entwicklung und muss gefördert werden. Dafür können auch die Finger genutzt werden. Gerade für Kinder mit Schwierigkeiten ist es jedoch oft einfacher, wenn sie das Zählen mit Gegenständen üben (z.B. Knöpfe abzählen). Durch das Verschieben kann man gut sehen, was schon gezählt worden ist und was nicht. Zudem entfallen die feinmotorischen Schwierigkeiten beim Aufstrecken der Finger.

Die ersten Rechenstrategien von Kindern im Kindergarten sind Zählstrategien. Wie in den Pressebeiträgen betont wird, ist das Verbieten des Nutzens der Finger nicht sinnvoll. Die Kinder sollen jedoch angeregt werden, die Finger statisch, als Fingerbilder zu nutzen (z.B. drei Finger werden aufgestreckt, wie viel ist das? Fünf Finger werden aufgestreckt: Wie viel fehlt bis 10?).

Sobald die Kinder sicher zählen können, ist wichtig, mit dem Zwanzigerfeld an der Mengenvorstellung zu arbeiten, wie dies in den Lehrmitteln auch vorgeschlagen wird.

Studien zeigen, dass eine systematische Förderung der Ablösung vom zählenden Rechnen bereits im ersten Schuljahr dazu führt, dass die Kinder weniger abzählen und somit besser rechnen können (z.B. Leuenberger et al., 2024).

Für die Begleitung der Lernenden ist wichtig:

Das Nutzen der Finger gehört zum frühen Mathematiklernen. Entscheidend ist, dass Kinder im Verlauf der 1. Klasse vom zählenden Weiterzählen in Einerschritten zu effizienteren Strategien, zu nicht-zählendem Rechnen finden.

 


spacer