Vergangenheitsbewältigung und Geschichtspolitik in Schulgeschichtsbüchern in Deutschland, Italien und der Schweiz

Schulbücher sind nach wie vor ein wichtiges Medium im Geschichtsunterricht. Sie sind der Kristallisationspunkt unterschiedlicher Zielvorstellungen, bei denen auch Vergangenheitsbewältigung und Geschichtspolitik eine Rolle spielen.

Übersicht

Forschungsschwerpunkt / Themenfeld
  • Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen
  • Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen
Status
abgeschlossen
abgeschlossen
Zeitraum
01.04.2019 - 31.12.2020
01.04.2019 - 31.12.2020

Beschreibung

Die Gesellschaft und mit ihr die Politik haben ein Interesse daran, mithilfe von in Schulgeschichtsbüchern kodifizierten Inhalten Gemeinsamkeit zu stiften und einen Verständigungshorizont für die nachwachsende Generation zu skizzieren. Es stimmt nicht – wie einige Befürworterinnen, Befürworter von kompetenzorientierten Lehrplänen behaupten – dass es keine Rolle spiele, welche Themen im schulischen Geschichtsunterricht behandelt würden, weil der Kompetenzaufbau an beliebigen Themen aus der Vergangenheit möglich sei. Die curriculare Themenfestlegung ist deshalb wichtig, weil es auch künftig einen elementaren Bestand gesellschaftlicher Bildung geben wird: Gesellschaft will Jugendlichen Antworten auf elementare Fragen anbieten: Wie sind wir zu dem geworden, was wir sind? Welche Entwicklungen haben in der Vergangenheit Unglück und Verderben gebracht, und wie können wir sie heute und in Zukunft vermeiden? Welche Veränderungen interpretieren wir als Fortschritt und wollen wir bewahren oder fördern? Die Entstehung der Schweiz oder ihre Geschichte während der Zeit des Zweiten Weltkriegs wird auch künftig in der Schweiz genauso Thema für Jugendliche in der Volksschule sein wie die Verbrechen der Nationalsozialisten und Kommunisten oder die Leistungen und Nöte der Menschen während der Industrialisierung. Geschichte und Schulgeschichtsbücher haben die Funktion der Traditionsaneignung.

Aber auch die Gesellschaft und mit ihr die Wissenschaft, manchmal auch die  Politik, haben ein Interesse daran, Jugendliche zur Selbständigkeit zu führen und ihnen eigenständiges historisches Lernen beizubringen. Schulgeschichtsbücher sollen den Jugendlichen Kompetenzen vermitteln und ihnen Traditionskritik und Emanzipation ermöglichen.

Aus diesem Grunde lohnt es sich, Schulgeschichtsbücher international zu vergleichen. Die internationale Schulbuchforschung ist eine etablierte Richtung und verfügt mit dem deutschen Georg-Eckert-Institut GEI in Braunschweig über einen institutionellen Kristallisationspunkt. Das IGE ist mit dem GEI über eine Kooperationsvereinbarung verbunden.

Im vorliegenden Projekt soll dasselbe Schulgeschichtsbuch Zeitreise, zu welchem unterschiedliche Ausgaben für Deutschland, Italien und der Schweiz publiziert wurden, hinsichtlich Vergangenheitsbewältigung und Geschichtspolitik analysiert werden. Geplant ist Angebotsforschung, die sich in erster Linie auf Kunst-Objektivationen in den unterschiedlichen Länderausgaben richtet, und zwar auf Denkmäler, Malerei, Literatur sowie auf weitere Veröffentlichung der Erinnerungskulturen.


Organisation

Beteiligte interne Organisationen
Institut für Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen
Institut für Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen
Finanzierungstyp
SNF -PH-Luzern als Nicht-Hauptgesuchssteller/in
SNF -PH-Luzern als Nicht-Hauptgesuchssteller/in

Beteiligte Personen

intern


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