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Die Studieneingangsphase kann als (hochschuldidaktische) Antwort auf die Frage verstanden werden, wie der Beginn eines Studiums konzipiert sein kann, damit das Studium gelingt. Insbesondere geht es in dieser Phase um die Gestaltung der Passung zwischen individuellen Voraussetzungen und Erwartungen und institutionellen Ansprüchen und Zielsetzungen. Mit dieser Passung sind auch Fragen der Studienzufriedenheit, Studienengagement und Studienleistung verbunden.
Der Studienbeginn ist bedeutsame Phase der Wissenschafts- und Hochschulsozialisation: Studierende tauchen in eine Welt ein, die im Vergleich mit vorangehenden Bildungseinrichtungen einen anderen Umgang mit Wissen pflegt und spezifische Lehr-/Lernkulturen kennt.
Wie finden sich Studienanfängerinnen und -anfänger in dieser Wissenschaftswelt ein, wie sie in Hochschulen repräsentiert wird? Wie gelingt es, eine wissenschaftlich-disziplinäre Identität aufzubauen und in die Denkweise einer Disziplin hineinzufinden mit ihrem spezifischen Wissenskorpus sowie hinsichtlich der Methoden und Zugänge der Disziplin? Wie wird die Besonderheit des wissenschaftlichen Wissens und damit auch der Hochschulen erfahrbar, also das, was Humboldt als «Eigenthümlichkeit der höheren wissenschaftlichen Anstalten» festgehalten hat, «dass sie die Wissenschaft immer als ein noch nicht ganz aufgelöstes Problem behandeln und daher immer im Forschen bleiben»?
Praxis- oder Berufsbezüge können – bereits integriert in die Studieneingangsphase und für die Studierenden erkennbar – motivierend wirken. Dies gilt insbesondere für professionsorientierte Studiengänge. Allerdings ist zu klären, wie dies genau realisiert werden kann, wie Bezüge geschaffen werden können, wie die Studierenden in diesem Professionsbezug angesprochen werden.
Und wie gestalten wir die Studieneingangsphase, wenn wir wissen, dass die Fähigkeit zu studieren nicht nur vom individuellen Leistungsvermögen der Studierenden abhängt, sondern sich in Wechselwirkung mit den institutionellen Studienangeboten bildet? Wie knüpfen wir Studierfähigkeit an Konzepte von Lehrfähigkeit?
10. März 2026 (14:15-18:00 Uhr, online)
Tagung Studieneingangsphase
Am 10. März 2026 findet die nächste Durchführung in der Tagungsreihe zur Studieneingangsphase statt, organisiert durch das Zentrum für Hochschuldidaktik der PH Luzern in Kooperation mit dem Zentrum für Hochschulentwicklung ZHE Zürich. Informationen finden Sie hier.
19. März 2026 (17:15, Uni/PH-Gebäude)
Magdalena Fellner (INCHER, Universität Kassel): Einschränkung und Erweiterung kollektiver Möglichkeitsräume – Studierfähigkeit als soziales Konstrukt
Als vor rund 200 Jahren der Begriff der Studierfähigkeit im deutschen Sprachraum erstmals auftaucht, versteht sich dieser als Antwort auf die Frage, wer denn überhaupt studieren darf und welche Kriterien für die Hochschulzulassung zur Anwendung kommen sollen. Studierfähigkeit ist allerdings kein konstantes Konstrukt, vielmehr zeigt eine historische Analyse semantische Verschiebungen – und damit auch veränderte Mechanismen der Inklusion und Exklusion. Die Frage aber bleibt aktuell: Wer darf studieren, an welche Voraussetzungen ist ein Studium geknüpft? Und wie gestalten wir die Studiengänge, wenn wir wissen, dass die Fähigkeit zu studieren nicht nur vom individuellen Leistungsvermögen der Studierenden abhängt, sondern sich in Wechselwirkung mit den institutionellen Studienangeboten bildet?
In den letzten Jahren sind einige Publikationen zur Studieneingangsphase erschienen, zum Beispiel:
Und aus dem Zentrum für Hochschuldidaktik der PH Luzern: