Kompetenz 21

Als thematischer Schwerpunkt hat die Einführung des Lehrplans 21 ein grosses Gewicht an der PH Luzern. Die daraus resultierenden Konsequenzen für die Aus- und Weiterbildung finden Sie hier ebenso wie ein Argumentarium oder die neusten Forschungsergebnisse.

Aktuelles

Übersicht

Mit der Einführung des Lehrplans 21 (LP21) steht in der Deutschschweiz ein wichtiges bildungspolitisches Projekt an. Im Unterschied zu bisherigen Lehrplaneinführungen geht mit dem LP21 die Aufforderung einher, den Unterricht an den Volksschulen in Richtung eines kompetenzfördernden Unterrichts (weiter) zu entwickeln. Diese «Fokusverschiebung» hat auch Konsequenzen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern und somit für die PH Luzern.

Im Kontext der Kompetenzorientierung entstehen verschiedene Arbeitsergebnisse, welche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Einerseits weil sie einen fundierten Beitrag zur fachlichen Diskussion leisten können, andererseits, weil sie für die Arbeit der Lehrpersonen und Dozierenden in Aus- und Weiterbildung relevant sind und so die Lehrplaneinführung in der Verantwortung der PH Luzern und weiteren Akteuren unterstützen.


Kompetenzorientierung

Die PH Luzern hat einerseits einen Leitartikel verfasst, in welchem ihre Auffassung von Kompetenzorientierung und kompetenzförderndem Unterricht beschrieben wird.

Andererseits liegt ein Fachbericht zur Beurteilung in integrativen Schulen vor. Fragen zum Beurteilen und Bewerten in der Schule werden häufig kontrovers diskutiert. Der Fachbericht dient der Verständigung über diese Thematik. In erster Linie werden Fachleute der Bildungspolitik und Bildungsverwaltung, Dozierende an Pädagogischen Hochschulen sowie Schulleiterinnen und Schulleiter angesprochen.

Des Weiteren wird auf die Kritik an der Kompetenzorientierung eingetreten.

Ausserdem beteiligt sich die PH Luzern am wissenschaftlichen Diskurs zur Kompetenzorientierung und zum kompetenzfördernden Unterricht. Auf ausgewählte, kritisch diskutierte Aspekte nimmt sie Stellung und zeigt auf, wie man von der Kompetenzorientierung zum kompetenzfördernden Unterricht gelangt.


Kompetenzfördernder Unterricht

Die Kompetenzorientierung verändert den Unterricht nicht völlig. Nach wie vor sollen Kinder in der Schule lernen, sich selber und die Welt besser zu verstehen und wirkungsvoll zu agieren. Die Frage, wie Unterricht aussehen muss, der optimal dazu beiträgt, dass die Lernenden mit dem neu erworbenen Wissen auch effektiv etwas können, ist für Lehrerinnen und Lehrer, wie auch die Unterrichtsforschung und die Didaktik zentral.

Im Rahmen eines Filmprojekts hat uns interessiert, wie die Schülerinnen und Schüler selber kompetenzorientierten Unterricht erleben. Hier geht es nicht primär um die Planungsüberlegungen der Lehrperson, nicht um Lehrmittel und nicht um Rahmenbedingungen. Es geht um eine alltägliche Situation, um Verblüffendes und Geklärtes, um neue Fragen, die entstehen und Ideen zum Weiterdenken.


Eine einfache und zugleich vielschichtige Fragestellung verleitete Hilbert Meyer vor rund einem Jahrzehnt dazu, den Versuch zu unternehmen, auf die Frage «Was ist guter Unterricht?» Antworten zu geben. Seitdem haben sich die «zehn Merkmale guten Unterrichts» in den Schulen und in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung etabliert.

Im Zuge der Umsetzung des kompetenzfördernden Unterrichts, der auf Meyers Merkmalen aufbaut, wäre folglich die erneut einfache und zugleich vielschichtige Frage angebracht: «Was ist kompetenzfördernder Unterricht?». Anhand von acht Merkmalen soll an dieser Stelle Klärung verschafft werden.

Mit dem Prozessmodell von Luthiger, Wilhelm & Wespi (2014) liegt eine (Planungs-)Hilfe vor, wie die vier Funktionstypen von Lernaufgaben so in eine Abfolge gebracht werden können, dass aus lernpsychologischer Sicht der Kompetenzerwerb möglichst optimal unterstützt wird.

Kompetenzorientierung bedeutet, den Unterricht verstärkt über Lernaufgaben zu gestalten, also auch den Unterricht mit einer Aufgabe zu beginnen. Doch welche Aufgaben sind geeignet, um einen Lernprozess einzuleiten? Welche Merkmale haben Aufgaben, die über eine längere Unterrichtssequenz zu tragen vermögen? Das von Luthiger, Wilhelm & Wespi (2014) Kategoriensystem unternimmt den Versuch, die Charakteristika der Lernaufgaben festzulegen. Hierbei stehen 10 Merkmale von Lernaufgaben im Vordergrund. 


Weiterbildung


Aufgabensets und Unterrichtsbeispiele

In der Reihe des Lehrmittels «Die Sprachstarken» ist der Abschlussband 9 erschienen. Kürzlich wurden die Sprachstarken 7-9 mit dem Worlddidac Award 2016 ausgezeichnet. Das Lehrwerk ist Lehrplan-21-konform, praxiserprobt und bei Lehrerinnen und Lehrern sehr beliebt. In der Reihe des Lehrmittels «Die Sprachstarken» ist der Abschlussband 9 soeben erschienen. Damit findet die Reihe ihren krönenden Abschluss. Es ist ein Lehrwerk entstanden, das die Schüler/-innen von der zweiten bis zur neunten Klasse in ihrem sprachlichen Lernen begleitet, fördert und auch herausfordert. Das Lehrmittel setzt dabei die Anforderungen des Lehrplans 21 im Fach Deutsch optimal um. Die Projektleitung hatten wiederum Thomas Lindauer, Co-Leiter Zentrum Lesen der FHNW, und Werner Senn, Fachleiter Deutsch, PH Luzern, inne. Gisela Koller, Kathrin Würth, Christian Dischl und Peter Widmer der Fachschaft Deutsch der PHLU sind Autoren des Lehrmittels. Die Schüler/innen tauchen mit diesem Band in neue Welten ein. Sie entdecken William Shakespeare und die faszinierende Welt des Theaters. Sie performen einen eigenen Slam-Text, lernen Gespräche zu moderieren und schriftlich zu argumentieren. Zudem lernen sie Strategien kennen, wie Texte inhaltlich überarbeitet werden können, und erhalten Tipps zur Gestaltung einer schriftlichen Arbeit. Ergänzend zum Sprachbuch sind noch folgende Materialien erschienen (oder werden noch erscheinen):

  • Arbeitsheft für Grundansprüche
  • Arbeitsheft für erweiterte Ansprüche
  • Audio CD
  • Begleitband mit Zusatzmaterial auf CD-ROM
  • Rechtschreib- und Grammatiktraining
  • Interaktives Rechtschreib- und Grammatiktraining
  • Karteikarten 7‒9 • Digitale Ausgaben für Lehrpersonen (DAL)

Zum Verlag

Die Performance, also die künstlerische Live-Darbietung, gehörte schon immer zum Wesen der Musik. Insofern ist die sog. „Performanz“, die praktisch-vernetzte Anwendung von Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen, wie sie der kompetenzorientierte Unterricht vorsieht, nahe an der Musizierpraxis. So könnte man meinen, dass die Einführung des Lehrplans 21 im Fach Musik kaum zu Umstellungen führen wird. Dem ist aber nicht so! Im schulischen Kontext ist es häufig so, dass die Lernenden ihre Lehrperson imitieren, sei dies beim Singen, beim Spielen von Instrumenten oder bei Bewegungsfolgen. Theoretische Inhalte wie Notenwerte, Notennamen oder Tonarten werden noch viel zu selten in Verbindung zu einer Praxis gebracht, die sinngebend für Jugendliche ist. Etwas plakativ gesagt besteht der Musikunterricht häufig aus praktischen Phasen, die Spass machen und Theoriesequenzen, die zu erdulden sind. Hier setzt die Herausforderung des Lehrplans 21 an: Die Jugendlichen sollen Kompetenzen aufbauen, die ihnen erlauben, Musik in einem hohen Mass an Selbständigkeit umzusetzen. In den Bereichen Musizieren, Hören, Bewegen, Theorie gilt es, herausfordernde Aufgabenstellungen zu entwickeln. Beim Singen wird wohl nach wie vor die Lehrperson gefordert sein, die situativ anleitet, korrigiert und motiviert.

Die Arbeit von Sara Wüthrich zeigt anschaulich, wie das sog. Prozessmodell auf eine musikalische Lernumgebung übertragen werden kann. Zusammen mit zwei andern Fachdidaktik-Dozierenden der PH Luzern arbeite ich zur Zeit daran, ein Lehrmittel für die Sekundarstufe 1 zu entwickeln, das ganz im Sinn der Kompetenzorientierung konzipiert ist. „Kreschendo 7-8-9“ wird im Frühjahr 2017 erscheinen; die 10 Unterrichtseinheiten bauen im Wesentlichen ebenfalls auf dem an der PH Luzern entwickelten „Prozessmodell“ auf. Der Lehrplan sieht im Fach Musik 75 Kompetenzaspekte vor, die mit rund 100 Lektionen Musikunterricht zu erreichen sind. Diese Herausforderung stellt möglicherweise eine Überforderung dar, zumal gerade die praktisch-vernetzte Anwendung von Kompetenzaspekten viel Zeit beansprucht. Dies soll jedoch nicht davon abhalten, die Herausforderung anzunehmen. Letztendlich wird das Fach von einer kompetenzorientierten Ausrichtung profitieren!

«Zeitreise» ist das neue Geschichtslehrwerk für die Sekundarstufe I im Fachbereich «Räume, Zeiten, Gesellschaften». An der Leipziger Buchmesse 2012 wurde die «Zeitreise» zum «Schulbuch des Jahres» in der Kategorie «Geschichte und Gesellschaft» gekürt. Der Klett und Balmer Verlag adaptiert das im Ernst Klett Verlag erschienene hervorragende Lehrmittel für die Schweiz. «Zeitreise», das Lehrwerk für historisches Lernen, unterstützt die Lehrpersonen darin, Geschichte zeitgemäss zu unterrichten, motiviert die Schülerinnen und Schüler für Geschichte, bietet ein vielfältiges Angebot an Differenzierung, überzeugt durch ein innovatives Aufgabenkonzept, begeistert durch Verständlichkeit und Anschaulichkeit der Texte und Materialien, entspricht in der Ausrichtung und der Kompetenzorientierung dem Lehrplan 21. Mit «Zeitreise» gehen die Schülerinnen und Schüler auf Entdeckungsfahrt in die Geschichte. Das Lehrmittel bietet eine gute Orientierung im Buch sowie in Zeit und Raum. Die Texte berücksichtigen die neuesten Erkenntnisse der Geschichts- und Leseforschung und wurden von Schülerinnen und Schülern getestet. Lehrreiches und vielfältiges Bildmaterial wie Karten, Illustrationen und Fotos ermöglichen einen anschaulichen und abwechslungsreichen Geschichtsunterricht. Zudem erleichtern den Lehrpersonen präzise Hinweise, Vorschläge für die Unterrichtsgestaltung, Lösungen zu den Aufgaben und Kopiervorlagen die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von erfolgreichem Geschichtsunterricht. 

Die «Zeitreise» unterstützt Lehrpersonen bei der Gestaltung des Geschichtsunterrichts. Die Themeneinheiten sind entlang der Kompetenzen des Lehrplans 21 für historisches Lernen konzipiert. Die einzelnen Doppelseiten des Schulbuchs mit den vielfältigen Zusatzmaterialien fördern die Lernenden bei der Erreichung der Kompetenzstufen. Zudem sind die Aufgaben entlang der Handlungsaspekte des Lehrplans 21 aufgebaut und nach Anspruchsniveau gestuft: Auf allen Themenseiten gibt es zuerst Aufgaben, mit denen die Lernenden die Grundansprüche erfüllen sollen; danach finden sich schwierigere Aufgaben und solche für besonders begabte Schülerinnen und Schüler. Jede Themeneinheit endet mit einer Repetitionsseite. Hier können die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen und Können selbst überprüfen. Zudem erleichtern die Kopiervorlagen sowie die Portfolioaufträge einen offenen und binnendifferenzierten Geschichtsunterricht. 

Die Adaption und die Entwicklung der Schweizer Themen geschehen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen der PH Luzern. Die fachdidaktische Leitung oblag Prof. Dr. Peter Gautschi, Leiter des Zentrums Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen an der PH Luzern. Als Mitautoren und Mitglieder des Bearbeiterteams wirkten Prof. Dr. Karin Fuchs, Dozentin für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der PH Luzern, sowie Dr. Hans Utz, Dozent für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der PH Luzern mit. Alle drei sind Lehrpersonen mit langjähriger Schulpraxis und haben grosse Erfahrung als Autorin bzw. als Autoren von Schulgeschichtsbüchern und Unterrichtsmaterialien. 

Menschen beschäftigen sich natürlicherweise mit Vergangenheit. Sie können gar nicht anders. Zum einen prägen vergangene Erfahrungen das gegenwärtige Handeln – manchmal bewusst, oft unbewusst. Zum Anderen sind auch Jugendliche in der Geschichte auf der Suche nach Antworten auf grosse Fragen: Wie bin ich zu dem geworden, was ich bin? Was hat sich in unserer Welt verändert, was ist gleich geblieben? Wer hat Veränderungen angestossen, wer hat sie verhindert? Was will ich? Wohin sollen wir gehen? Sowohl zur Orientierung des eigenen Handelns als auch zur Beantwortung grosser geschichtlicher Fragen trägt die Begegnung mit Menschen, ihrem Handeln und den jeweiligen Lebenszusammenhängen viel bei.

Die «Faszination des Biografischen», die grosse Anziehungskraft von Lebensgeschichten anderer, oft historischer Menschen, hat also einen rationalen Hintergrund und kann als ausgezeichnete Ausgangsbasis für historisches Lernen dienen. Im folgenden Band wird die Bedeutung des biografischen Verfahrens für Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik kurz aufgezeigt.

Daneben werden mögliche Ziele historischen Lernens mit dem biografischen Verfahren skizziert. Ebenfalls werden vier Unterrichtsformen vorgestellt, die alle gut geeignet sind, um auf der Grundlage der in dieser Publikation dargestellten Porträts historisches Lernen zu ermöglichen.

Im Anhang finden sich schliesslich vier konkrete Unterrichtsvorschläge mit Materialien aus verschiedenen Beiträgen. Ziel des vorliegenden Bandes ist es zudem, Lehrerinnen und Lehrer zu motivieren, historisches Lernen mit der Thematisierung von menschlichem Handeln in gesellschaftlicher Praxis anzuregen: keine Geschichtsstunde ohne mindestens einen Menschen mit Namen und Gesicht – gerade bei so herausfordernden Inhalten wie Zivilcourage, Menschenrechte oder Holocaust!

Die Minibiber richten sich gemäss dem Lehrplan 21 primär an Lehrpersonen von Schülerinnen und Schülern im Zyklus 1. Die Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad sind natürlich auch für den Zyklus 2 und 3 als knifflige Herausforderungen gedacht. Tauchen Sie ein in die spannende Welt der Minibiber und erleben Sie Informatik auf spielerischen und abenteuerlichen Wegen.

Das Aufgabenset wird auf der Grundlage des Prozessmodells konstruiert, es folgt damit ebenfalls dem didaktischen KAFKA-Modell: Kontakt herstellen, Aufbauen, Flexibilisieren, Konsolidieren (Reusser 1999, 2014;). Die Aufgabenfolge im Set zielt auf die Kompetenz: «Schülerinnen und Schüler können Informationen zu Stoffen erschliessen (z.B. durch eigene Untersuchungen, mithilfe von Medien) und können die Ergebnisse dokumentieren (z.B. Steckbriefe zu Stoffen)». Teile dieses Aufgabensets erscheinen in der Septemberausgabe 2015 der Zeitschrift Unterricht Chemie (149).

Die Ernst Schmidheiny Stiftung und die Pädagogische Hochschule Luzern lancieren gemeinsam das wirtschaftspädagogische Unterrichtsinstrument «Wirtschaft entdecken». Das Lehrmittel wurde für die Umsetzung des Lehrplans 21 entwickelt und vermittelt als erstes seiner Art Wirtschaftskompetenz in der Volksschule. Im Zentrum steht ein Internet-basiertes Planspiel. In dieser Computersimulation führen Sekundarschülerinnen und -schüler einen Sägereibetrieb über mehrere Jahre und erleben dadurch grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge.

Mit ihrem Kooperationsprojekt betreten die Ernst Schmidheiny Stiftung und die Pädagogische Hochschule Luzern Neuland. Ein zentrales Element von «Wirtschaft entdecken» ist das mitentwickelte Weiterbildungsmodul. Es bereitet die Lehrpersonen auf die Anwendung des Lehrmittels vor, vermittelt das nötige wirtschaftliche Fachwissen und ermöglicht die Einbettung in den vom Lehrplan 21 vorgesehenen kompetenzfördernden Unterricht. Damit kommt «Wirtschaft entdecken» dem Bedürfnis nach aktuellen Lehrmitteln und Lehrerweiterbildungen entgegen.

Der Lehrplan 21 – das neue Rahmencurriculum für die Deutschschweiz – sieht erstmals wirtschaftsbezogene Inhalte für den Unterricht in der Volksschule vor. Noch fehlen aber weitgehend die geeigneten Lehrmittel. Lehrerinnen und Lehrer, die bisher vor allem hauswirtschaftliche Inhalte vermittelt haben, werden neu im Fach Wirtschaft – Arbeit – Haushalt auch wirtschaftliche Schwerpunkte thematisieren und benötigen daher entsprechende Weiterbildungen und Unterrichtswerkzeuge wie «Wirtschaft entdecken».

«Wirtschaft entdecken» ist als Public-Private-Partnership in einer dreijährigen Entwicklungsphase entstanden. Die Ernst Schmidheiny Stiftung hat ihr langjähriges Planspiel-Know-how sowie einen hohen sechsstelligen Betrag für die Entwicklung eingebracht, die Pädagogische Hochschule Luzern ihre pädagogische Expertise. Die Lernumgebung wird interessierten Pädagogischen Hochschulen für deren eigene Aus- und Weiterbildungsangebote offeriert. Die Ernst Schmidheiny Stiftung bietet den Pädagogischen Hochschulen hierfür Train-the-Trainer-Kurse an. Am Symposium der Ernst Schmidheiny Stiftung vom 17. und 18. November in Interlaken wird «Wirtschaft entdecken» offiziell lanciert und den Schulen und Pädagogischen Hochschulen zur Nutzung übergeben.

Kontakt PH Luzern

Im Rahmen des Grundkurses zum Lehrplan 21 arbeitete der Fachbereich Bildnerisches Gestalten eine Zusammenstellung von Unterrichtsbeispielen (Impressionen) zu ausgewählten Kompetenzen aus. Zudem formulierte der Fachbereich 10 Merkmale kompetenzorientierter Aufgaben im Fach BG. Zusammen mit dem Kompetenzmodell BG sollen diese Hilfsmittel die Lehrpersonen dabei unterstützen ihren Unterricht auf den Lehrplan 21 auszulegen.


Lehrplaneinführung

Der Lehrplan 21 ist auf der Kindergarten- und Primarstufe ab dem Schuljahr 2017/18, auf der Ebene Sek 1 zwei Jahre später, obligatorisch. Die Lehrplaneinführung im Kanton Luzern ist aufgegleist. Vom November 2014 bis zum Juni 2015 erfolgte die Kaderausbildung für jene Personen, welche die Veranstaltungen an den Schulen leiten werden. Seit dem April 2015 führte das Departement für Volksschulbildung (DVS) die Infoveranstaltungen durch.

Die PH Luzern nimmt zwischen Mai 2015 und Mai 2018 die eigentliche Lehrplaneinführung zusammen mit den Schulen vor. Auf die Startveranstaltungen folgen fach- und zyklusspezifische Grundkurse im Rahmen von 3 Weiterbildungshalbtagen, welche die Lehrpersonen individuell wählen können. Dabei setzen sich die Lehrerinnen und Lehrer mit der Funktion eines Lehrplans, dem Lernverständnis von kompetenzorientiertem Unterricht, mit kompetenzfördernden Aufgaben und überfachliche Kompetenzen, sowie mit dem Beurteilen und Fördern auseinander. Die Reflexionsveranstaltung bildet den Abschluss der Lehrplaneinführung. Während eines Tages blickt das Lehrerkollegium auf die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse zurück. Der Wissenstransfer in verschiedene Fächer wird begutachtet und stufenübergreifende Abmachungen werden getroffen. Ausserdem werden an der Reflexionsveranstaltung die nächsten Entwicklungsschritte thematisiert. Dasselbe Einführungspaket erarbeitet die PH Luzern mit den Schulen des Kantons Obwalden (Start 2015/16) und dem Kanton Nidwalden (Start 2016/17).


Leporello zum Lehrplan 21

Luzerner Lehrplan 21

Lehrplan 21 Weiterbildungen PH Luzern

In einigen Kantonen hat sich in der Zwischenzeit eine Opposition gegen den Lehrplan 21 formiert, zum Teil wurden auch politische Vorstösse mit dem Ziel unternommen, den Lehrplan 21 im eigenen Kanton zu verhindern. Die Initianten wehren sich mit zahlreichen Argumenten gegen eine Einführung.

Das vorliegende Argumentarium des Entwicklungsschwerpunkts Kompetenzorientierter Unterricht (ESP KoU) der PH Luzern nimmt häufig geäusserte Aussagen auf und analysiert sie, liefert zu ihnen Hintergrundinformationen und bezieht Stellung. Das Argumentarium geht detailliert auf die Kritik am Lehrplan 21 und an der Einführung des Lehrplans ein.



Weiterbildung


Kompetenzfördernde Lehrpersonenbildung

Die Kompetenzorientierung hält auch Einzug in die Lehrerinnen- und Lehrerbildung der PH Luzern. An dieser Stelle gibt die PH Luzern einen Einblick in die Fachbereichsentwicklung sowie einen Zugang zu konkreten Instrumenten, Materialen und hochschuldidaktischen Beispielen.

Die Umstellung auf die Kompetenzorientierung zeigt sich im Bereich Ausbildung in der Festlegung von zu erwerbenden Professionskompetenzen sowie in der Ausgestaltung eines Kompetenzrasters für die Schulpraxis (SEK I) und Heilpädagogik.


Fachbereichsentwicklung

 Im Rahmen der Partnerschaft der PH Luzern mit der lokalen «École Normale Supérieure» und unterstützt durch die Stiftung «éducation21» wurde in Kamerun ein interkultureller Workshop zum Thema «Kompetenzorientierter Unterricht» durchgeführt. Bilder zeigen Jugendliche, wie sie sich handlungsorientiert und trotz geringer Mittel mit Fragen der Elektrizität auseinandersetzen. Das Projekt läuft unter der Leitung von Prof. Dr. Dorothee Brovelli

Schulbücher für die Naturwissenschaften besitzen eine hohe Relevanz für die Unterrichtsvorbereitung der Lehrkräfte und den Unterricht selbst. Weiter wird das Schulbuch als wichtige Unterstützung bei Bildungsreformen genannt. Bislang fehlen im deutschsprachigen Raum jedoch empirische Studien zur Erstellung oder Beurteilung kompetenzorientierter Schulbücher. Dies ist insbesondere für die Bildungsreform in der Schweiz gravierend, weil kompetenzorientierte Schulbücher in den Naturwissenschaften fehlen. Mit ihrer Dissertation schmälert Dr. Katrin Bölsterli Bardy diese «Forschungslücke». 

Im Dissertationsprojekt von MA Matthias Hoesli (Betreut durch Prof. Dr. Markus Rehm, PH Heidelberg, Prof. Dr. Markus Wilhelm und Dr. Katrin Bölsterli Bardy, beide PH Luzern) wird folgender Fragestellung nachgegangen:

Wie beeinflusst das Verständnis für prozessorientierte Aufgabensets (Lehrpersonenebene) den Natur und Technik-Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6?

Die Reichweite der Einflussfaktoren wird dabei über mehrere Ebenen verfolgt:

  1. Zufriedenheit und Akzeptanz bei den Lehrpersonen
  2. Lernprozessorientierung und Professionswissen der Lehrpersonen
  3. Aufgabenentwicklung und Unterrichtshandlung der Lehrpersonen
  4. Unterrichtswahrnehmung und Motivation der Schülerinnen und Schüler

Im Rahmen dieses Dissertationsvorhabens wird die Erstellung des kompetenzorientierten Schulbuches NaTech 5/6 für den naturwissenschaftlichen Unterricht auf der Mittelstufe (Schulverlag plus AG, Lehrmittelverlag Zürich) empirisch begleitet.

Es ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, dass der Begriff der Kompetenzorientierung in Gesprächen über Geschichtsunterricht von Lehrerinnen, Lehrern, Schulleitungspersonen und Beschäftigten in den Bildungsdirektionen eine zentrale Rolle spielt. Das ist nicht weiter verwunderlich, findet sich doch dieser Schlüsselbegriff der Didaktik in den Lehrplänen und Lehrmitteln an zentralen Stellen. Auch in den wissenschaftlichen Fachzeitschriften, in unterrichtspraktisch orientierten Veröffentlichungen und gar in den Leserbriefspalten von Tageszeitungen wird über Vor- und Nachteile der Kompetenzorientierung diskutiert. Die Debatten sind meist theoriegestützt, seltener empirisch fundiert oder praktisch ausgerichtet. Sogar in Veranstaltungen der Lehrerweiterbildung wird über theoretische Modelle und einzelne Begriffe gestritten.

Prof. Dr. Peter Gautschi begeht im vorliegenden Beitrag den umgekehrten Weg. Gesucht werden im ersten Abschnitt Schülerinnen und Schüler, die kompetent mit Geschichte umgehen können. Danach werden im zweiten Abschnitt Geschichtslehrpläne näher betrachtet, die von sich behaupten, sie seien kompetenzorientiert. Ins Zentrum rücken im dritten Abschnitt die Aufgaben, die das Rückgrat kompetenzorientierten Unterrichts bilden und die Gestaltung von Geschichtsunterricht verändern. Im vierten Abschnitt schliesslich wird dargelegt, wieso die Kompetenzorientierung auch künftig Geschichtsunterricht prägen wird.

Im Juni 2015 fand die Studie Entwicklung eines Kompetenzmodells zur geographischen Systemkompetenz (GeoSysKo) ihren Abschluss. Damit liegt erstmals ein empirisch validiertes (Rasch-skaliertes) Kompetenzstruktur und -stufenmodell vor, mit dem die geographische Systemkompetenz von Jugendlichen erfasst werden kann. Bei der dreijährigen Studie handelt es sich um eine Forschungszusammenarbeit von Prof. Dr. Armin Rempfler (PH Luzern), Prof. Dr. Rainer Mehren (Institut für Geographie der Universität Giessen) und Prof. Dr. Johannes Hartig (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung/DIPF, Frankfurt). Das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und den Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Projekt erfolgte in drei Etappen. Im ersten Jahr wurden die Testaufgaben an der PH Luzern entwickelt, worauf in einer zweiten Etappe die Erhebung an rund 2000 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangstufe im Bundesland Bayern stattfand. In der dritten Phase wurden die erhobenen Daten in Frankfurt gerechnet und somit das Kompetenzmodell hinsichtlich seiner Tauglichkeit statistisch geprüft.


Instrumente und Materialien

Unter dem Motto «Das Lernen durch die Augen der Schülerinnen und Schüler sehen» (vgl. Hattie, 2013) möchte die PH Luzern den Beobachtungsfokus in den Unterrichtsnachbesprechungen auf ein neues Element legen: Die Studierenden sollen anhand von Lernprodukten die Wirkung ihres eigenen Unterrichts untersuchen und die gemeinsam gewonnenen «Daten» für die Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen nutzen. Hierbei helfen 15 Indikatorenkarten, welche ausgehend vom Kompetenzraster Schulpraxis entwickelt wurden. Zwei zentrale Fragen leiteten die Entstehung der Indikatorenkarten: Wie kann die Praxislehrperson anhand von Produkten der Schülerinnen und Schüler

  1. auf die Wirkung des Unterrichts der Studierenden schliessen und
  2. aufgrund dieser Erkenntnisse und Daten die Kompetenzentwicklung der Studierenden fördern?

Die Indikatoren ersetzen weder die bisherigen Betrachtungs- und Beobachtungsaspekte, noch decken sie das ganze Spektrum von Unterricht ab. Sie dienen lediglich als Unterstützung zur Analyse der Wirksamkeit von Unterricht ausgehend von den Produkten der Schülerinnen und Schüler.


Hochschuldidaktische Beispiele

Am Anfang stellen sich die Studierenden ihre relevanten Fragen zum Fachbereich Bildnerisches Gestalten zusammen. Eine Liste von Fragen dient Ihnen als Rahmen. Die Fragen beziehen sich auf das Kompetenzmodell, welches während der Ausbildung eingeführt wird. Die drei fachspezifischen Kompetenzbereiche, an denen sich die Fachausbildung Kunst und Bild orientiert, sind Wahrnehmung und Kommunikation, Prozesse und Produkte sowie Kontexte und Orientierung. Innerhalb dieser Kompetenzbereiche geht es um folgende Kompetenzaspekte: Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Einstellungen und Haltungen, die zu den entsprechenden Kompetenzen führen. Die Fragestellungen beleuchten diese Kompetenzbereiche und -aspekte aus drei unterschiedlichen Perspektiven.

Die PH Luzern befasst sich auf der Hochschulebene mit der Frage, wie in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung kompetenzorientierte Leistungsnachweise aussehen sollen. An dieser Stelle sind einige hochschuldidaktische Beispiele aufgeführt, die im Rahmen des Ausbildungs-Plenums vom 6. Januar 2016 durch Dozierende der PH Luzern vorgestellt und diskutiert worden sind


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