Austauschstudierende bereichern den Schulalltag

Im Jahr 2018 durfte die PH Luzern erneut mehrere Studierende aus ihren zahlreichen, weltweiten Partnerhochschulen empfangen. Ein Grossteil der Semesterstudierenden verbrachte rund einen halben Tag pro Woche in einer Schule in der Region Luzern – eine sehr bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten.  

Das «School Experience» Austauschprogramm bewährt sich bereits seit mehreren Jahren und ist gewinnbringend für alle Beteiligten: die Schulen und Lehrpersonen, welche die Besucher empfangen; für die PH Luzern und ihre Partnerinstitutionen; die Austauschstudierenden; und nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler, welche mit den Praktizierenden aus dem Ausland in Kontakt kommen. Nebst den Semestermobilitäten empfängt die PH Luzern jedes Jahr auch Studierende aus Australien, Frankreich, Südafrika, Israel und Mazedonien für vierwöchige Schulerfahrungseinsätze.

Didaktische Ansätze im internationalen Kontext

Kimberly Wu, Austauschstudentin von der University of Oulu in Finnland und gebürtige US-Amerikanerin, verbrachte 2018 während eines Semesters einen halben Tag pro Woche an der Sekundarschule Horw. Für Monika Burri und ihre Klasse war das eine sehr bereichernde Erfahrung: «Die Kinder als Hauptakteure waren von der ersten Englischlektion an mit einer bemerkenswerten Offenheit dabei und sie wussten, Englisch ist während der Pause ebenfalls gefragt. Motiviert und mit grossem ‹Entdeckergeist› eigneten sich die beiden Sekundarklassen Sprachkompetenzen situationsgerecht an.»

Weiterer Pluspunkt des Austauschprogramms: Die Lehrpersonen können den Studierenden einen praktischen Einblick in das Schweizer Schulsystem geben, lernen selber Schulsysteme und Lehrpersonenausbildungen aus anderen Ländern kennen und diskutieren didaktische Ansätze in einem internationalen Kontext kritisch. Nicht zuletzt ist es für die involvierten Lehrpersonen eine willkommene Herausforderung, Team-Teaching auf Englisch durchzuführen und die Fremdsprache auf einem höheren Niveau als gewohnt anzuwenden.

«Kinder wachsen über sich hinaus»

Leandra Wanner von der Schule Alpnach arbeitete 2018 in ihrem Klassenzimmer während vier Wochen mit einer Studentin aus Australien zusammen. Die Zusammenarbeit lehrte sie unter anderem, die Führung abzugeben und sich offen zu zeigen für neue, bisher unbekannte Unterrichtsformen. «Für die Kinder besteht der Mehrwert darin, dass sie eine Fremdsprache als Teil ihrer Lebenswelt erfahren. Dies unterstützt sie dabei zu verstehen, warum sie in der Schule eine Sprache lernen müssen. Die Erfolgserlebnisse, etwas Gelerntes zu sagen und verstanden zu werden, wirkt enorm motivierend auf die Schüler und Schülerinnen.» Dabei konnte Leandra Wanner beobachten, wie die Kinder beim Anwenden der Fremdsprache förmlich über sich hinauswuchsen.

Nicht nur die Lehrpersonen und Kinder profitieren, auch für die Programmteilnehmenden aus dem Ausland ist klar ein Mehrwert ersichtlich: Sie erhalten Einblick in verschiedene Klassen und die Lernprozesse der Kinder und können sich dadurch neue Unterrichtsformen zu eigen machen. Thomas von der Deakin University in Australien hielt nach seinem Aufenthalt an der Schule Kägiswil fest: «Die Schule war absolut fantastisch und die Lehrer waren sehr freundlich und flexibel. Sie integrierten das Thema Australien in ihren Unterricht und ich konnte diesen Teil übernehmen. Die Schüler waren grossartig und stellten mir immer Fragen über Australien und brachten mir auch etwas Deutsch bei, was unsere Beziehung noch vertiefte. Ich fühlte mich als integrierte Lehrperson der Schule, was ein sehr schönes Gefühl war.»  

Die School Experience Programme der PH Luzern ermöglichen auch eine praktische Auseinandersetzung in den Schulen mit dem Thema Global Learning. Bildungsthemen werden in einem internationalen Kontext diskutiert, was oftmals einen Perspektivenwechsel im Blickwinkel der Arbeit in den Schulen auslöst. Für Monika Burri von der Sekundarschule Horw ist die Zusammenarbeit in der Schule mit internationalen Studierenden ein gelungenes Beispiel, um im Sinne von «Global Education» zusammen zu lernen und zu lehren.


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Koordinatorin International Office
Mirjam Wallimann
MSc
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