Entwicklungsverläufe von Berufseinsteigenden über 6 bis 8 Jahren - Eine Follow-up Studie

Neun ehemalige Berufseinsteigenden wurden sechs bis acht Jahre nach ihrem Berufseinstieg erneut interviewt. Den Ausgangspunkt bildete ein zentrales berufliches / privates Ereignis, welches den Verlauf ihrer Berufsbiografie entscheidend geprägt hat.

Übersicht

Forschungsschwerpunkt / Themenfeld
  • Professions- und Unterrichtsforschung
  • Professions- und Unterrichtsforschung
Status
abgeschlossen
abgeschlossen
Zeitraum
01.09.2017 - 31.12.2018
01.09.2017 - 31.12.2018

Beschreibung

Basierend auf der Berufseinstiegsstudie (Gutzwiller-Helfenfinger et al., 2015) wurden die damaligen neun Berufseinsteigenden sechs bis acht Jahre nach ihrem Berufseinstieg erneut interviewt. Den Ausgangspunkt der teilstrukturierten Interviews bildete ein zentrales berufliches / privates Ereignis, welches den Verlauf der Berufsbiographie entscheidend geprägt hat. Die Fallanalysen geben Einblicke in die Entwicklungsverläufe von Lehrpersonen über den Berufseinstieg hinaus. So haben bis auf zwei Lehrpersonen alle Interviewten innerhalb der ersten 4 bis 5 Berufsjahren eine berufliche Neuorientierung (Arbeitsort- und/oder Funktionswechsel) vorgenommen (vgl. auch Befunde der Mobilitätsstudie des BFS, 2014). Bis auf eine Lehrperson möchten alle anderen auch in 10 Jahren weiterhin an Schulen unterrichten.
Methode: In der explorativen Längsschnittuntersuchung wurden zu allen drei Messzeitpunkten narrative Interviews mit halbstandardisierten Leitfragen durchgeführt. Als Einstieg wurden die Teilnehmenden jeweils gebeten, ihren Wohlbefindensverlauf graphisch darzustellen (Perren et al., 2010). Bei t1 und t2 war der Berufseinstieg als Anker vorgegeben, bei t3 diente ein spezielles Ereignis, das sich nach t2 ereignet hat, als Ausgangspunkt. Neu wurden die Lehrpersonen gebeten, aus den Dimensionen zum professionellen Selbst (Bauer, 1998) Indikatoren ihrer Stärken und Herausforderungen (päd. Handlungsrepertoires) abzubilden. Alle Daten wurden inhaltsanalytisch (Mayring, 2007) mit Hilfe von MAXQDA ausgewertet.

Erste deskriptive Befunde: Alle neun Lehrpersonen (2 Kindergarten-, 2 Primar-, 3 Sekundarlehrpersonen, 2 Schulische Heilpädagoginnen) sind noch immer bzw. wieder im Lehrberuf tätig. Sieben haben bereits einmal den Arbeitsort gewechselt, bei gleichbleibender Unterrichtsstufe. Zwei Lehrpersonen der Sekundar- bzw. Primarstufe arbeiten neu nach entsprechender Zusatzausbildung als Schulische Heilpädagoginnen. Als wesentliches Ereignis wurde von 7 der 9 Lehrerpersonen ein Schulwechsel gewählt, wobei bei drei weiblichen Lehrpersonen eine längere Auszeit vorausging. Sie gaben hierfür gesundheitliche Gründen, Klassenschliessung bzw. schwierige Ersatzklasse an oder führten dies auf einen allgemein schwierigen Einstieg mit problematischem Mentorat zurück. Alle Wiedereinsteigerinnen bestätigen, dass ihnen das Unterrichten im Sinen einer Sinn machenden Tätigkeit gefehlt haben. Ergebnisse zu den Handlungsrepertoires zeigen, dass v.a. die Dimension Interaktion («Positives Klima schaffen», «Gefühle wahrnehmen») als eigene Stärke angesehen wird. Bei der Dimension Hintergrundarbeit beschreibt man sich im «Planen» und «Organisieren» als kompetent, das «Archivieren» und «Ablegen» gilt dagegen als Herausforderung. Unterschiede zeigen sich bezüglich Geschlecht und Schulstufe sowie in der Herangehensweise an die Aufgabenstellung. Eine Publikation zur Follow-up Studie ist in Vorbereitung.  


Organisation

Beteiligte interne Organisationen
Institut für Professions- und Unterrichtsforschung
Institut für Professions- und Unterrichtsforschung
Finanzierungstyp
Andere interne Finanzierung
Andere interne Finanzierung

Beteiligte Personen

intern


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