​​«Wer Tiere kennt, urteilt anders?» Interventionsstudie zur Förderung der ethischen Urteilsfähigkeit am ausserschulischen Lernort Zoo/Tierpark.​

Quantitative Interventionsstudie zur ethischen Urteilsfähigkeit von SuS zu tierethischen Kontroversen im Zoo/Tierpark. Untersucht wird, wie die direkte Begegnung den Lernerfolg beeinflusst und welche Rolle Einstellungen zur Mensch-Tier-Beziehung für das ethische Urteil spielen

Übersicht

Forschungsschwerpunkt / Themenfeld
  • Fachdidaktik der Gesellschaftswissenschaften
  • Didaktik der Religionskunde, Ethik und Philosophie
  • Fachdidaktik der Gesellschaftswissenschaften
  • Didaktik der Religionskunde, Ethik und Philosophie
Status
laufend
laufend
Zeitraum
01.03.2026 - 01.12.2029
01.03.2026 - 01.12.2029

Beschreibung

In ihrem Selbstverständnis sind Zoos/Tierparks wissenschaftlich geführte Institutionen mit einem Bildungsauftrag. Slogans wie «Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen» bringen diese Erwartung prägnant auf den Punkt. Es wird angenommen, dass eine direkte Begegnung mit Tieren ein vertieftes Verständnis für die Tiere und ihre Lebensräume bewirkt, was in der Folge zu veränderten Einstellungen und letztlich zu verantwortungsvollem Handeln führt. Obwohl der Bildungsauftrag von Seiten der Zoos/Tierparks stark betont wird, ist der Zusammenhang von direkter Begegnung mit Tieren und veränderten Einstellungen/Verhalten empirisch nur unzureichend belegt. Die bisherige Forschung zur Wirksamkeit von Zoobesuchen konzentriert sich vorwiegend auf den zoologischen Wissenszuwachs nach Zoointerventionen (Führungen, Gespräche mit Tierpfleger, Workshops etc.). Zwar zeigen Studien, dass Besucher:innen nach Zoointerventionen z.B. mehr Faktenwissen über Tiere und ihre Lebensräume besitzen, doch lassen sich daraus keine verlässlichen Schlüsse auf Einstellungen oder Handlungsbereitschaften ziehen (Knowledge-Action-Gap). Zudem gibt es für das ethische Lernen kaum Angebote und es fehlen Vergleichsstudien zwischen Zoo-Besucher:innen und Nicht-Zoo-Besucher:innen, was für die Wirksamkeitsmessung eine relevante Kategorie wäre. 

 Das geplante Forschungsprojekt greift diese Lücke auf, indem es den Zoo als Lernort für ethische Urteilsbildung untersucht. Ausgangspunkt sind reale, kontroverse tierethische Fragestellungen, wie sie im Zoo auftreten (z.B. Spannungsfeld Artenschutz versus Tierschutz, Umgang mit überschüssigen Tieren). Dabei soll den Schüler:innen nicht eine bestimmte Werthaltung vermittelt werden, sondern sie sollen durch geeignete Materialien und Methoden befähigt sein, sich zu einer kontroversen Fragestellung informiert, stichhaltig und begründet ein Urteil zu bilden (ethische Urteilsfähigkeit, Lehrplan 21, ERG 2).  Es wird untersucht, ob ein forschend-entdeckendes Lernarrangement im Zoo/Tierpark dazu beiträgt, dass Schüler:innen differenzierter zu Fragen des Tierwohls argumentieren können, und ob es einen Unterschied gegenüber einer Tierethik-Unterrichtseinheit im Schulzimmer ohne direkte Begegnung mit Tieren gibt.  

Das Projekt leistet somit einen Beitrag zur evidenzbasierten Beurteilung von Bildungsangeboten im Bereich Tierethik und Tierwohl und schafft eine fundierte Grundlage, um ethische Bildung als wirksames Instrument für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Tieren weiterzuentwickeln.​


Organisation

Beteiligte interne Organisationen
Institut für Fachdidaktik der Gesellschaftswissenschaften
UNESCO-Lehrstuhl
Institut für Fachdidaktik der Gesellschaftswissenschaften
UNESCO-Lehrstuhl
Finanzierungstyp
Private / Stiftungen
Private / Stiftungen
Externe Projektfinanzierer
Haldimann Stiftung
Haldimann Stiftung
Externe Projektpartner
Zoo Zürich
Natur- und Tierpark Goldau
Zoo Zürich
Natur- und Tierpark Goldau

Beteiligte Personen

Intern


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