Erinnerungsnarrative des Abendlandes

Das Symposium konzeptualisiert Abendlanddiskurse besonders als Gewebe von Erinnerungsdiskursen. Auf welche Erinnerungsnarrative nehmen Abendlanddiskurse Bezug? Wie werden sie durch diese mythisiert?

Übersicht

Forschungsschwerpunkt / Themenfeld
  • Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen
  • Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen
Status
laufend
laufend
Zeitraum
01.07.2019 - 31.12.2021
01.07.2019 - 31.12.2021

Beschreibung

Vorstellungen Europas, Selbst- und Fremdbilder, Raum- und Grenzkonstruktionen Europas wurden und werden besonders seit der Sattelzeit um 1800 gerade auch über Diskurse eines «Abendlandes» bezeichnet. Abendlanddiskurse lassen sich als polyvalent einsetzbare, modellier- und adaptierbare Diskurskomplexe bezeichnen, die mal stärker nationalistisch, mal stärker religiös, mal stärker universalistisch ausgeformt, mehr oder weniger stark auf Grenzkonstruktion ausgerichtet sind und mehr oder weniger konkret politisch verwendet werden. Sie haben besonders in Zeiten wahrgenommener Krise Konjunktur in der Festigung von Selbstbeschreibung und Abgrenzung – die Verwendung in gegenwärtigen Krisendiskursen um Migration, kulturalistisch-religiöse Raumdefinitionen Europas bis hin zu Menschenrechtsdiskursen ist Ausdruck davon.

Das Symposium konzeptualisiert Abendlanddiskurse insbesondere als Gewebe von Erinnerungsdiskursen. Zugrunde gelegt wird die These, dass Abendlanddiskurse wesentlich durch den Gebrauch von Gedächtnisbeständen, durch eine Pluralität miteinander verwobener Erinnerungsnarrative konstruiert werden. Auf welche Erinnerungsnarrative nehmen Abendlanddiskurse Bezug? Wie werden sie durch diese mythisiert? Zusammenhang von Krisenwahrnehmung, Erneuerungsdiskursen und Grenz- und Feindbildkonstruktion? Wie wurden religiöse, humanistische, auf Räume (etwa den Mittelmeerraum oder das Reich der Karolinger) und Orte (so Rom, Jerusalem) ausgerichtete, aber auch etwa moralische Erinnerungsbezüge in der Konstruktion von Abendlanddiskursen geschaffen und verwendet? Welche Ausdrucksformen wurden ihnen verliehen und welche Funktionen – auch mit Blick auf eine imaginierte Zukunft – erhielten sie? Der Blick soll gerade auch auf das Funktionieren entsprechender Erinnerungsnarrative, etwa auf Mechanismen der Mythi­sierung, und auf deren Gebrauch in Bezug auf gegenwärtige und zukünftige (krisenhaft wahrgenommene) Gesellschaften in unterschiedlichen Kommunikationsgemeinschaften (etwa weltanschaulichen oder religiösen) und Akteuer/-innen-Feldern gerichtet werden. Im Fokus stehen Intellektuellendiskurse, Akteure/Akteurinnen und Netzwerk in verschiedenen Wissenschaften und der Wissenspopularisierung, die Schule, so insbesondere der Geschichts-, Geographie- und Religionsunterricht, Literatur und Film, Medien und politische Bewegungen.


Organisation

Beteiligte interne Organisationen
Dozierende M.A. Geschichtsdidaktik
Dozierende Geschichte und Geschichtsdidaktik SEK I
Dozierende Geschichte und Geschichtsdidaktik SEK II
Institut für Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen
Dozierende M.A. Geschichtsdidaktik
Dozierende Geschichte und Geschichtsdidaktik SEK I
Dozierende Geschichte und Geschichtsdidaktik SEK II
Institut für Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen
Finanzierungstyp
SNF-PHLU als Hauptgesuchsteller/in
Andere Bundesstellen
Andere interne Finanzierung
SNF-PHLU als Hauptgesuchsteller/in
Andere Bundesstellen
Andere interne Finanzierung

Beteiligte Personen

intern

extern


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