F+E-Kolloquium

Sibylle Steinmann und Michael Luterbacher stellen in diesem Kolloquium ihre Dissertationen vor. Anschliessend lädt sie die F+E zu einem Apéro ein (Anmeldung zum Apéro obligatorisch).

Wann:
Dienstag, 14. Dezember 2021, 17.15 Uhr bis 18.45 Uhr
Wo:
Sentimatt (SE)
SE 205

Shared und Mutual Beliefs in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung 

Ist eine gemeinsame Ausrichtung der berufsbezogenen Überzeugungen von Lehrerausbildenden ein bedeutendes Kennzeichen einer erfolgreichen Lehrerausbildung? Der Beitrag diskutiert die Ergebnisse zu den Beliefs, Shared Beliefs (derselben Überzeugung sein) und Mutual Beliefs (angenommene Shared Beliefs) von Lehrerausbildenden bezüglich gutem Unterricht, Rollenvorstellungen und den Lehr- und Lernkonzeptionen. Neben der «gemeinsamen Ausrichtung» werden zudem Zusammenhänge zwischen den Shared und Mutual Beliefs zur Ausbildungsqualität ermittelt.
Die Datenbasis der quantitativen Studie bilden drei Gruppen von Lehrerausbildenden: Dozierende der Erziehungswissenschaft, Dozierende der Fachwissenschaft/Fachdidaktik Mathematik und Praxislehrpersonen.
Die Ausbildungsqualität in der Einschätzung durch Studierende wird auf der Institutsebene in Bezug auf die unterschiedlichen Ausprägungen der Shared und Mutual Beliefs mehrebenenanalytisch überprüft. Die Ergebnisse weisen auf die bedeutende Rolle insbesondere der Mutual Beliefs hin.

Referentin: Dr. des. Sibylle Steinmann, PH Luzern

Erst zuletzt kommt die Moral!

Die unterschätze Relevanz aussermoralischer Aspekte im Konzept der Just-Community-Schule: Neue schultheoretische Elemente und deren empirische Prüfung.

Erziehung zur Demokratie ist eine gewichtige Aufgabe der Schule. Kinder und Jugendliche sollen für das demokratische Ideal gewonnen und auf demokratische Lebensformen vorbereitet werden, indem sie im schulischen Kontext Demokratie erleben und selbst praktizieren. Ein vielversprechender Ansatz stellt hierbei Kohlbergs Modell der Just-Community-Schule dar. 
Berichtet werden Erkenntnisse aus der Just-Community-Reform einer Zentralschweizer Sekundarschule. Dem Forschungsprojekt liegt die These zugrunde, dass der ursprüngliche Fokus auf moralische Kategorien aus heutiger Sicht zu eng und eine Erweiterung des theoretischen Modells auf soziale Aspekte eines demokratischen Schulklimas unter besonderer Berücksichtigung demokratieförderlicher Einstellungen von Schülerinnen und Schülern sowie erzieherischer Kompetenzen von Lehrpersonen notwendig ist. Die Studie zeigt, dass die Intervention keine messbare Wirkung auf die Entwicklung sozialer und moralischer Einstellungen der Schülerinnen und Schüler und das Schulklima (Sicht der Jugendlichen) hat. Positive Effekte werden hingegen bei den Lehrpersonen messbar. Die Teilnahme an der Intervention unterstützt die Entwicklung spezifischer professioneller Überzeugungen. Insgesamt wird deutlich, dass es an der Interventionsschule gelungen ist, demokratische Strukturen auf unterschiedlichen Ebenen aufzubauen und über zwei Projektjahre eine intensive demokratische Praxis zu etablieren.

Das Covid-Zertifikat ist eine Voraussetzung für die Teilnahme der Veranstaltung. 


Kontakt

Sachbearbeiterin KM
Sandra Betschart
sandra.betschart@phlu.ch
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