PH Luzern - Pädagogische Hochschule

Akkreditierung der PH Luzern - kurz und knapp

Jede Hochschule in der Schweiz muss bis 2023 eine institutionelle Akkreditierung nach HFKG erlangen. Das Projekt "Institutionelle Akkreditierung" der PH Luzern wurde mit dem Antrag des Rektors vom 25.1.2016 an den Schweizerischen Akkreditierungsrat lanciert. Am 4.3.2016 hat der Akkreditierungsrat beschlossen, auf das Gesuch einzutreten. Der Akkreditierungsprozess dauert rund 1.5 Jahre. Erster zentraler Schritt ist die umfassende Selbstevaluation der PH Luzern, die mit dem Selbstbeurteilungsbericht Ende November 2016 abgeschlossen werden soll. Es folgt die Visite einer Gutachtergruppe, zu der internationale Experten und ein/e Studierende/r gehören.

Wieso eine institutionelle Akkreditierung?

Gemäss Bundesverfassung (Art. 63a) sorgen Bund und Kantone gemeinsam für wettbewerbsfähige und qualitativ hochstehende Hochschulen in der Schweiz. Im Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich - kurz Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz HFKG - ist festgehalten, dass sich alle Schweizer Hochschulen zur Sicherung der Qualität der Aus- und Weiterbildung sowie der Forschung und der Dienstleistungen regelmässig einem Akkreditierungsprozess unterziehen müssen.
Nur wer den Prozess der institutionellen Akkreditierung erfolgreich absolviert, darf sich „Universität“, „Fachhochschule“ oder „Pädagogische Hochschule“ nennen. Zudem ist die Akkreditierung eine zwingende Voraussetzung, um Bundesgelder, bzw. im Falle der Pädagogischen Hochschulen interkantonale Beiträge zu erhalten.
    

Welches sind die zentralen Anliegen der institutionellen Akkreditierung?

Die Akkreditierungsrichtlinien wurden durch  den Hochschulrat der SKH erlassen und beinhalten die Bedingungen für eine Akkreditierung, die Regeln für den Ablauf sowie die Qualitätsstandards, die eingehalten werden müssen. Das Verfahren stützt sich auf gemeinsame Kriterien und wird gemäss internationalen Standards durchgeführt.
Im Kommentar zu den Akkreditierungsrichtlinien wurden vier Hauptfragen genannt, auf die im Rahmen des Akkreditierungsprozesses eine Antwort geben werden soll:

  1. Was will die Hochschule erreichen?
  2. Wie will die Hochschule ihre Ziele erreichen?
  3. Wie weiss die Hochschule, dass sie auf dem Weg ist, ihre Ziele zu erreichen?
  4. Wie korrigiert die Hochschule ihr Tun und Handeln?

Die Akkreditierungsrichtlinien stellen somit klar das Qualitätsmanagementsystem der Hochschulen in den Fokus. Im Rahmen des Akkreditierungsprozesses wird die Erfüllung der Qualitätsstandards überprüft.
Die Hochschulen der Schweiz haben bis 2023 Zeit für die Erst-Akkreditierung. Eine Akkreditierung hat sieben Jahre Gültigkeit.
    

Welche Gremien stecken hinter der Akkreditierung?

Die Schweizerische Hochschulkonferenz SHK ist das oberste hochschulpolitische Organ von Bund und Kantonen. Sie bzw. der als Ausschuss tätige Hochschulrat der SKH erlässt somit auch die Akkreditierungsrichtlinien, welche die Qualitätsstandards und Regeln für den Ablauf der Akkreditierung definieren.
Unter der Bezeichnung swissuniversities haben sich 2012 die ehemaligen Rektorenkonferenzen der universitären Hochschulen, der Fachhochschulen und der Pädagogischen Hochschulen der Schweiz zusammengeschlossen. Die Delegation Qualität und Akkreditierung von swissuniversities berät und unterstützt den Vorstand von swissuniversities in diesen Themen, insbesondere bei den Akkreditierungsverfahren gemäss HFKG.
Der Schweizerische Akkreditierungsrat ist das gemeinsame Organ von Bund und Kantonen für die Akkreditierung und Qualitätssicherung in der Schweizerischen Hochschullandschaft sowie Akkreditierungsinstanz für die Akkreditierungsverfahren nach HFKG. Der Akkreditierungsrat besteht im Moment aus 18 unabhängigen Mitgliedern, welche die Hochschulen, die Arbeitswelt, die Studierenden, den Mittelbau und den Lehrkörper vertreten. Er entscheidet aufgrund des Antrags der Akkreditierungsagentur AAQ, die vom Akkreditierungsrat anerkannt ist, über die institutionelle Akkreditierung von Hochschulen.
    

Welche Ziele verfolgt die PH Luzern mit der Akkreditierung?

Mit der bevorstehenden institutionellen Akkreditierung verfolgt die PH Luzern unter anderem folgende Ziele

  • Hauptziele
    1. Die institutionelle Akkreditierung nach HFKG ist bis Winter 2017 erreicht.
    2. Das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter/innen auf allen Ebenen und in allen Bereichen der PH Luzern ist gestärkt. Die gemeinsame Qualitätsphilosophie wird bewusst gelebt.
  • Zwischenziele
    a. Die primären und sekundären Hauptprozesse der PH Luzern und ihre Anwendung werden auf die Kriterien der Akkreditierung hin überprüft.
    b. Die Qualitätsmassnahmen sind erfasst und dokumentiert. Es ist sichergestellt, dass diese in die primären- und sekundären Hauptprozessen der Institution eingebettet sind.
    c. Lücken im Qualitätsmanagement sind erkannt und werden beseitigt.
  • Nebenziele
    d. Der Akkreditierungsprozess ist für spätere Re-Akkreditierungen dokumentiert.
    e. Die Grundlagen für Programmakkreditierungen (z.B. EDK- oder SBFI-Anerkennungs-verfahren) aus der institutionellen Akkreditierung sind gesichert.
      
      

Wie verläuft der Akkreditierungsprozess an der PH Luzern?

Der vollständige Akkreditierungsprozess dauert circa eineinhalb Jahre. Er beginnt mit einer Selbstevaluation, die in einen Selbstbeurteilungsbericht mündet, es folgt die Begutachtung des Berichts durch eine externe, international zusammengesetzte Expertengruppe gefolgt durch die  2 1/2 Tage dauernde Visite der Expertengruppe. Aufgrund des anschliessenden Expertenberichts fällt der Schweizerische Akkreditierungsrat seinen Entscheid über die institutionelle Akkreditierung der PH Luzern. Dieser Entscheid ist eventuell verbunden mit Auflagen, die wiederum in entsprechende Nachfolgeprojekte münden.

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